Samstag, 15.12.2007 10:46

"Knol": Google bläst zum Angriff auf Wikipedia

aus dem Bereich Sonstiges
Und weiter geht’s für Google in dem Vielfrontenkrieg: Nachdem sich der König des Internets als Standardsuchmaschine etabliert hat, sich als machtvoller Online-Werber positionierte, die erfolgreichste Clip-Börse "YouTube" als Betreiber übernahm und jüngst den Mobilfunkmarkt in Angriff genommen hat, steht jetzt ein weiteres Projekt auf der Liste. Derzeit feilt der Netzriese an einer eigenen Wissensplattform. Das Ziel: die Online-Enzyklopädie Wikipedia vom Thron zu stoßen.

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Betonung des Einzelnen

Das Portal mit dem Arbeitstitel "Knol" befindet sich bereits in der geschlossenen Alpha-Phase. Zugriff darauf haben momentan nur eingeladene Benutzer, dennoch lüftet Google schon jetzt den Vorhang des Schweigens. Laut einer Ankündigung im offiziellen Unternehmens-Blog handelt es sich bei "Knol" um eine Abwandlung des erfolgreichen Wikipedia-Konzeptes. Doch im Gegensatz zur Mitmach-Enzyklopädie will Google die Autoren aus der Anonymität des Internets herausholen – Expertenwissen aus dem stillen Kämmerlein anstelle der kollektiven Schreibwut. Dafür werden die Verfasser auch belohnt: Mit einem Portraitfoto am Kopf der Artikelseite und durch die Einnahmen wunschweise geschalteter Werbeeinblendungen.

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Wer hat's geschrieben? "Knol's" aufgeräumte Oberfläche. Bild: Google


Redaktionelle Unabhängigkeit erwünscht

Google selbst will bei dem Projekt nur als Materialsteller auftreten. Das Unternehmen wird das Layout, Editier-Tools und den Speicherplatz stellen; redaktionelle Eingriffe oder gar Vorgaben soll es von Seiten der Suchmaschine nicht geben. Als mögliche Bandbreite der Inhalte nennt Google wissenschaftliche Konzepte, medizinische Informationen, geographische und historische Berichte, aber auch News aus der Unterhaltungsbranche, Produktvorstellungen und Reparaturanleitungen. Auch die Leser werden zur Aktivität angeregt: Zu jedem Artikel werden Kommentar- und Fragefunktionen, Bewertungen und eigene Rezensionen geboten.

Sämtlichen "Knol"-Einträgen sollen laut Google zu gegebener Zeit ein prominenter Platz in den Ergebnislisten der Suchmaschine eingeräumt werden.
André Vatter
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