Schon vor einiger Zeit erkannte Henry Lowood, Kurator der Wissenschafts- und Technologie-Sammlung an der Stanford University den
kulturellen Wert von Videospielen. Jetzt zieht die Europäische Union nach: Auf der Verleihung des Deutschen Entwicklerpreises in Essen wurde bekannt, dass die EU-Kommission plant, Computerspiele als Teil der Kultur anzuerkennen. Wie die Agentur pressetext (pte) berichtet, liegt zwar noch keine offizielle Bestätigung der EU vor, diese wird aber in den nächsten Tagen erwartet.
Meilenstein
Branchen-Insider sprechen von einem großen Erfolg für die Videospiel- Industrie. Der Hauptgeschäftsführer des G.A.M.E.-Bundesverbandes der Entwickler von Computerspielen, Stephan Reichart, betonte, dass zahlreiche Aspekte der Kunst und Kultur wie Erzählweisen, Musik und Emotionen sich heutzutage auch in Videospielen finden lassen. Der technische Fortschritt erlaube es, immer mehr dieser Komponenten in die Entwicklung von Spielen mit einfließen zu lassen.
Fördergelder für deutsche Videospiele
Reichart schätzt diesen Schritt als wichtiges Signal für die Wirtschaft ein: Deutschland dürfe nicht den Anschluss an den Weltmarkt verlieren. Passend dazu kündigte der medienpolitische Sprecher und Landtagsabgeordneter Thomas Jarzombek der CDU an, dass es demnächst Fördergelder in Höhe von 600.000 Euro für die deutsche Computerspiel-Branche geben wird. Vielleicht haben sich ja die deutschen Politiker vom weltweiten Erfolg des Hightech-Shooters Crysis inspirieren lassen.
Marcel Petritz