Die spanische Telefónica investiert massiv in den Ausbau eines eigenen DSL-Netzes in Deutschland. Das Netz von Telefónica deckt derzeit rund 60 Prozent der deutschen Haushalte ab. Doch die Expansion wird durch eine zögerliche Bereitstellung von DSL-Ressourcen seitens der
Deutschen Telekom gebremst. Am morgigen Freitag, 14. Dezember, wird Telefónica bei der Bundesnetzagentur daher eine Missbrauchsklage gegen die Telekom einreichen.
Zu wenig Anschlüsse
Telefónica erhofft sich durch diesen Schritt eine schnellere Bereitstellung von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL), die sogenannte "letzte Meile", durch die Telekom. Ohne TAL ist die Schaltung von DSL nicht möglich. Es werden jedoch laut Telefónica weniger TAL geliefert als benötigt. Das spanische Unternehmen empfindet diese Vorgehensweise der Telekom als einen Missbrauch ihrer starken Marktstellung.
Johannes Pruchnow, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Telefónica Deutschland, beklagt, dass das vorhandene Potenzial am Markt bei weitem nicht abgeschöpft werden könne. Von der Bundesnetzagentur wird ein schneller Standardvertrag gefordert, der genaue Regelungen für die Aufschaltung der TAL enthalten soll. Die hohe Nachfrage nach DSL-Anschlüssen müsse schnell befriedigt werden können.
Doch nach Darstellung der Spanier werden voraussichtlich auch 2008 von der Telekom nicht genügend Anschlüsse zur Verfügung gestellt.
Breite Unterstützung für die Klage
Telefónica erhält breite Unterstützung bei dieser Klage, denn die großen DSL-Provider und Telekomkonkurrenten
1&1,
Hansenet,
freenet und
o2 schalten ihre DSL-Angebote unter anderem über das Netz von Telefónica.