Der
Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) will jetzt sowohl gegen die Laufzeiten bei Call & Surf-Verträgen als auch gegen die zu langen
Umschaltzeiten bei Anbieterwechseln zu Wettbewerbern der Deutsche Telekom vorgehen. Das hat die Mitgliederversammlung des Branchenverbandes auf seiner letzten Sitzung im Dezember in Köln beschlossen.
Kritik: Umschaltzeiten
Einen Schwerpunkt seiner Lobbyarbeit sieht der VATM in dem Thema Umschaltzeiten beim Wechsel zu anderen Wettbewerbern. Speziell die Geschäftspraktiken der
Deutschen Telekom bereiten den Verbandsmitgliedern derzeit starke Kopfschmerzen. So befänden sich nach Auskunft einiger Mitgliedsunternehmen - darunter Firmen wie debitel, Arcor,
Freenet und
Versatel - Zehntausende von Kunden in Wartestellung, dass ihr Anschluss von dem Bonner Konzern zu einem anderen Anbieter umgeschaltet werde. Auch der
Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hat deswegen jüngst die Telekom kritisiert.
Kritik: Vertragslaufzeiten
Auch hier steht die Preispolitik der Telekom im Mittelpunkt der Kritik. So ist der VATM der Meinung, dass Kunden mit den
Call & Surf-Angeboten "regelrecht ausgetrickst" werden, da sie neue Verträge aufgrund vermeintlicher Tarifverbesserungen unterschreiben würden und in der Regel erst im Anschluss feststellten, dass sie sich damit für zwei Jahre gebunden haben. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter sei dann nur noch sehr schwer möglich. Deshalb erhofft sich der Branchenverband jetzt auch Hilfe von der
Bundesnetzagentur. Die Experten sollen in den kommenden Tagen eingeschaltet werden.
Michael Friedrichs