Da staunte Markus. B. nicht schlecht, als er am vergangenen Freitag die Website seines VoIP-Service
Voipstation besuchen wollte. Statt des Angebots der
Einkaufsgemeinschaft, fand sich unter der Domain plötzlich ein fremdes Angebot. Wurde die Website von Hackern übernommen? Schlimmer noch: Auch die Telefonverbindung über den Service funktionierte nicht mehr. VoIP-Anbieter
Pepphone, der das Projekt vergangenes Jahr
übernommen hatte, bemühte sich um schnelle Klärung.
Mail nach Mail
So informierte das Unternehmen aus Hamburg seine Kunden zunächst, es gebe "massive Probleme mit der Domain Voipstation.de". Daher habe man sich dazu entschieden, das Angebot ab sofort auf pepphone-free.de umzustellen. Auch die Konfiguration ihrer VoIP-Software mussten Kunden ändern: Um weiterhin mit ihrem Tarif telefonieren zu können, muss die Einstellung von
SIP-Server oder SIP-Proxy nun auf pepphone-free.de geändert werden. In einer zweiten E-Mail an seine Kunden stellte Pepphone dann am Wochenende klar, dass man von der Entwicklung ebenso überrascht wurde, wie die Kunden selbst. Weder Inhaber noch technischer Verantwortlicher der Voipstation-Domain seien für eine gemeinsame Stellungnahme erreichbar gewesen. Im Schreiben von Pepphone heißt es unter anderem: "Wir bedauern, dass diese wie eine Kurzschlusshandlung anmutende Domain-Veräußerungsaktion eine Unterbrechung des Dienstes mit sich gebracht hat und sind genau so betroffen gewesen wie Ihr."
Gegendarstellung und Umstellung
Da aller guten Dinge drei sind, folgte den beiden Pepphone-Mails zuletzt noch eine Gegendarstellung der Montalog Ltd., die eigenen Angaben zufolge mit der Verwertung der Voipstation-Domain und des Internetservers beauftragt sei. In scharfen Worten stellt sie dar, dass die Abschaltung der Domain "keineswegs aus heiterem Himmel" gekommen sei, sondern Pepphone bereits seit Mitte dieses Jahres aufgefordert worden sei, die Domain zu übernehmen. Die Hamburger sollen jedoch auf mehrmalige Anschreiben nicht reagiert haben. Stattdessen seien durch Pepphone sämtliche Passwörter geändert und damit der Zugang zum Voipstation-Server für die Eigentümer gesperrt worden. "Hätte Pepphone also nicht quasi den Gastgeber durch Austausch aller Schlösser aus dem eigenen Haus ausgesperrt, hätte die Portierung sicher sanfter erfolgen können", heißt es im Voipstation-Schreiben weiter.
Den Kunden dürfte dieser offenkundige Streit im Hause des VoIP-Anbieters egal sein, solange nur sein Service erreichbar bleibt. Pepphone zufolge soll der Dienst unter der neuen Domain pepphone-free.de nun reibungslos laufen. Alle Kundenkonten samt Guthaben seien von Pepphone übernommen worden. Aktuell heißt es auf der Voipstation-Website, dass es ab Februar kommenden Jahres eine Neuauflage des Angebots geben soll, die dann auch einige Verbesserungen mitbringt. Man darf also weiterhin gespannt sein.