Samstag, 08.12.2007 18:36

Neues Internet-Protokoll für Deutschland gefordert

aus dem Bereich Breitband
Die Zahl der Internetnutzer wächst rasant. Viele Rechner im Internet bekommen eine eigene IP-Adresse zugewiesen. Doch das rund 25 Jahre alte Internet-Protokoll in der Version 4 (IPv4) stößt bei etwa vier Milliarden IPs an seine Grenzen.

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Förderung von IPv6

Diese Problematik ist auch dem jetzt in Potsdam am Hasso-Plattner-Institut (HPI) gegründeten "German IPv6 Council" bekannt. Das neue deutsche Expertengremium mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird von Prof. Christoph Meinel, dem Direktor des HPI, geleitet. Der Rat hat sich die Förderung des verbesserten Internet-Protokolls in der Version 6 (IPv6) zum Ziel gesetzt. "Wir wollen in Deutschland mehr Aufmerksamkeit für die neue Internet-Generation IPv6 erreichen und ihr zum Durchbruch verhelfen", so Meinel. Ende 2006 unterstützten rund 50 der etwa 200 Provider in Deutschland das neue Protokoll. IPv6 ermöglicht eine fast unbegrenzt große Anzahl an IP-Adressen. Ganz genau sind durch IPv6 ungefähr 340 Sextillionen (eine Zahl mit 39 Nullen) Adressierungen möglich.

IP-Adresse für jedes Gerät

Da zunehmend mehr Geräte (etwa Handys und PDAs) internetfähig werden, ist eine solch hohe Anzahl möglicher IP-Adressen auch notwendig. Werden dann auch noch das Auto oder der Kühlschrank zuhause mit dem Netz verbunden, so ist absehbar, dass der derzeitige Vorrat an IP-Adressen schnell zur Neige gehen wird. Kritisch wird es derzeit vor allem im asiatischen Raum. Den aufstrebenden Wirtschaften in Fernost wurden bei Einführung des IPv4-Protokolls nur relativ wenige IP-Adressbereiche zugeteilt. Daher drängen diese Länder auch auf die schnelle, flächendeckende Einführung des neuen Protokolls.

Erstellung eines Fahrplans zur Einbindung von IPv6

Der neue deutsche IPv6-Rat, der auch Mitglied im internationalen IPv6-Forum ist, will nun einen Fahrplan aufstellen, um das verbesserte Internet-Protokoll in die nationalen Strategien der IT- und Telekommunikationsbranche einzubinden. Der in wenigen Tagen stattfindende zweite nationale IT-Gipfel der Bundesregierung könnte ein passendes Forum dafür bieten.
Jörg Schamberg
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