Funknetze sei Dank: Mittlerweile muss keiner mehr unterwegs auf Breitband-Internet verzichten. UMTS, GPRS, WLAN und Co. liefern auch mobil genug Bandbreite, um anspruchsvolle Anwendungen ruckelfrei zu genießen. Während aber übliche Handydisplays etwa Videostreaming zum unattraktiven Mäusekino-Erlebnis machen, sind die mobilen Begleiter für eine Anwendung ganz sicher geeignet, nämlich zum Telefonieren.
VoIP hält auf dem Handy Einzug, das beweisen unter anderem Lösungen wie
Wizzl oder auch
Gizmo. Den Braten haben auch schon die Mobilfunknetzbetreiber gerochen und wollen die Konkurrenz aus dem Netz direkt im Keim ersticken, wie die
Dienste-Diskriminierung bei Vodafone zeigt. Wir haben unsere Leser gefragt, was sie vom mobilen VoIP halten.
Zu teuer und umständlich
In unserer jüngsten
Umfrage wollten wir wissen, ob die immer schnelleren und günstigeren Angebote für UMTS, GPRS oder WLAN auch die mobile Internet-Telefonie attraktiver machen. Fast 1200 Leser haben uns darauf geantwortet – mit überraschendem Ergebnis: Auch wenn die
VoIP-Anbieter vor allem mit ihren günstigen Tarifen locken, sind viele Teilnehmer unserer Umfrage der Meinung, dass die Preise für die Internet-Telefonie nie mit den aktuellen Handytarifen mithalten könnten. Die Minutenpreise seien viel zu teuer und zudem sei die Nutzung zu umständlich, finden immerhin 43,01 Prozent der Befragten. Ein Grund könnten die noch rar gesäten Flatrates für mobile Internetanbindungen sein, ohne die zu den Gesprächskosten zusätzliche Verbindungspreise fürs Surfen fällig werden.
Mehrheit findet's spannend
Die überwiegende Mehrheit jedoch, nämlich knapp 57 Prozent der Befragten, voipen bereits per Handy oder sind zumindest daran interessiert. So gibt es bereits jetzt eine kleine Gruppe von 3,90 Prozent der Befragten, die wohl getrost als "early adopters" bezeichnet werden können. Sie telefonieren immer und überall per Internet, egal, ob per UMTS, GPRS oder WLAN. Immerhin noch 7,87 Prozent nutzen VoIP unterwegs, allerdings nur, wenn ein WLAN verfügbar ist. Das bestätigt auch die
Kunden-Studie von VoIP-Anbieter Sipgate, laut der es immer mehr "Ferien-Voiper" gibt, die am Urlaubsort per WLAN telefonieren.
Bei vielen hapert es jedoch noch an der richtigen Technik: In unserer Umfrage fanden sich immer noch 14,99 Prozent Befragte, deren Handy keine ausreichend schnelle Internetanbindung zu bieten hat, um VoIP nutzen zu können. Auch die Maßnahmen der Mobilfunkanbieter, Internet-Telefonie im eigenen Funknetz zu verbieten, tragen offensichtlich schon Früchte: Immerhin 15,66 Prozent würden mobiles VoIP gern nutzen, werden aber vom Verbot ihres Providers daran gehindert. Ein weiterer Posten mit 14,56 Prozent der Befragten wird in der nächsten Befragung dieser Art jedoch wohl nicht mehr auftauchen: Sie wussten nämlich nicht, dass VoIP per Handy überhaupt möglich ist, finden die Technik aber spannend. In unserer
VoIP-Rubrik werden wir auch künftig derlei Unwissenheit entgegen wirken.