Der Internetprovider
Arcor ist weiter Angriffspunkt für vermeintliche Jugendschützer. War der Provider in der Vergangenheit bereits aufgefordert worden, aus Jugendschutzgründen den Zugriff auf diverse Pornoseiten
zu sperren, hat es den Eschborner
DSL-Anbieter nun erneut erwischt. Wie heise.de berichtet, soll Arcor den Zugriff auf die weltgrößte Suchmaschine Google sperren.
Sexbilder abrufbar
Stein des Anstoßes: die Google-Bildersuche. Die Huch Medien GmbH, Betreiber der Sexseite amateurstar.de, wolle nicht länger hinnehmen, dass über die Bildersuche von Google nach Eingabe von einschlägigen Begriffen pornografische Bilder für Nutzer jeglichen Alters angezeigt werden. Deshalb sei beim Landgericht Frankfurt ein Eilantrag gestellt worden, wonach Arcor die Seiten google.de und google.com wegen der Verbreitung pornografischer Schriften ohne Alterskontrolle blockieren solle.
Weiter heißt es, in dem Atrag sei von "systematisch begangener schwerer Straftaten" auf den beanstandeten Webseiten die Rede. Das Eschborner Unternehmen trage zumindest als Mitstörer zu den "entsetzlichen Verstößen auf dieser schrecklichen Webseite" bei. Auf einen Hinweis der Huch Medien GmbH habe Arcor ebenso wenig reagiert wie auf eine formale Abmahnung.
Kläger will Rechtssystem prüfen lassen
Der Geschäftsführer von Huch Medien, Tobias Huch, will mit seinem Vorstoß der Justiz nun auf den Zahn fühlen und die Tragweite der Haftungsfreistellungen testen. "Das Gericht soll sagen, ob die Welt am deutschen Wesen genesen soll", erklärte der Unternehmer gegenüber heise online. Wenn hierzulande Seiten wie YouPorn gesperrt werden müssten, dürfen entsprechende Anträge bei den Providern bald auch wegen eines fehlenden Impressums im Web eingehen. Zudem dürfe man sich in einem solchen Rechtssystem auch nicht beklagen, "wenn China großflächig Webseiten sperrt".
Hayo Lücke