In einigen Internet-Adressbereichen ist es inzwischen so richtig eng geworden. Mehr als elf Millionen .de-Domains und mehr als 73 Millionen registrierte Domainnamen unter den Top-Level-Domains .com und .net lassen kaum noch Spielraum für sinnvolle Namen. Ein Beleg dafür sind beispielsweise die extrem hohen Preise, die bei Domain-Auktionen und Verkäufen erzielt werden.
David gegen Goliath
Seit Mitte 2005 kämpft das Berliner Unternehmen
dotBerlin für die Einführung und den Betrieb einer eigenen Top-Level-Domain .berlin. Schauplätze für Diskussionen und Gespräche sind dabei aber nicht nur der Deutsche Bundestag und diverse Ausschüsse auf Stadt- und Länderebene. Auch auf internationalen Treffen der Internetgemeinde rührt dotBerlin kräftig die Werbetrommel. Ziel der Initiative ist es, den Namensraum im Internet um einen klaren lokalen Fokus zu erweitern und damit für die Berliner Community eine
regionale virtuelle Identität zu schaffen. "Es gibt weltweit rund 66.000 Domains, die Berlin irgendwo im Domainnamen haben", betont dotBerlin-Geschäftsführer Dirk Krischenowski. Ideale Voraussetzung also für die Schaffung einer so genannten City-Domain. Läuft alles nach Plan, kann schon 2009 mit der Vergabe der ersten Domainnamen begonnen werden. Bis dahin gebe es aber noch viel vorzubereiten.
Breite Unterstützung
Mit ihrer Idee steht dotBerlin nicht allein da. Seit Unternehmensgründung vor zweieinhalb Jahren haben sich neben Sponsoren auch zahlreiche regionale und überregionale Wirtschaftsunternehmen, Organisationen, Verbände und Bürger der Initiative angeschlossen. Den "Lokalisierungstrend" haben seit kurzem auch andere Weltstädte wie Paris (.paris), New York (.nyc) und Buenos Aires (.baires) erkannt und arbeiten nun selbst an der Einführung einer stadteigenen Domain. Auch die Abgeordneten im Deutschen Bundestag haben angekündigt, sich für die Weiterentwicklung des Internetadressraums um regionale Top-Level-Domains einzusetzen.
Angst vor der Konkurrenz
Doch nicht alle Parteien stehen dem Projekt positiv gegenüber. So werden die
Bedenken besonders laut, wenn es um das bereits erfolgreiche und etablierte Stadtportal www.berlin.de geht. Für Peter-Rudolf Zotl, Abgeordneter der Partei "Die Linke" im Berliner Senat, steht fest: "Politisch ist zu entscheiden: was kann .berlin mehr oder besser als berlin.de, das ja erfolgreich und vielfach zertifiziert ist? Warum soll man aus berlin.de aussteigen und in dieses Risiko einsteigen."