Nach wie vor rechnen die Telekommunikationsunternehmen in Deutschland mit guten Erträgen aus dem DSL-Geschäft. In der Untersuchung Telco Trend, von Steria Mummert Consulting und TeleTalk, die im Juni und Juli 2007 durchgeführt wurde, wurden Telekommunikationsunternehmen zur Einschätzung des Telekommunikationsmarktes befragt. 70 Prozent sehen DSL nach wie vor als wichtigste Übertragungstechnologie an.
18 Millionen DSL-Zugänge in Deutschland
Weltweit gab es im Mai 2007 200 Millionen DSL-Zugänge, in Deutschland gehen 18 Millionen Kunden mit dieser Technik in das weltweite Netz. Das Verlangen nach immer höheren Bandbreiten hat Einzug gehalten in den privaten Alltag. Mehrere hundert Megabytes große Updates von Betriebssystemen sind über schmalbandige Anschlüsse gar nicht mehr vorstellbar. Neue Anwendungen wie Web-TV oder Video-on-demand können nur über schnelle Verbindungen genutzt werden. Der Bedarf an Bandbreite einzelner multimedialer Angebote im Netz ist immens. Alleine rund zehn Prozent der weltweit zur Verfügung stehenden Bandbreite werden vom Video-Portal YouTube beansprucht. Information rückt zunehmend in den Hintergrund, der Entertainment-Faktor des Internets wird wichtiger. In fünf Jahren soll das Internet-Fernsehen (
IPTV) Deutschland rund zwei Millionen Zuschauer haben.
Ruinöser Preiskampf
Beim Wettlauf um Marktanteile sind die großen DSL-Provider zu immer weiteren Preissenkungen gezwungen. Als Folge sinken die Profite. Schnelle Internetzugänge werden zum Alltagsprodukt, die Angebote der Provider gleichen sich immer mehr an. Der Preis als wichtigstes Hervorhebungsmerkmal verliert an Bedeutung. Mehrwertdienste neben dem eigentlichen Geschäft wie Kooperationen mit bekannten Marken sollen zunehmend für ein Absetzen von den Mitbewerbern sorgen. Durch den Aufbau und die Pflege eines eigenen Markenimages könnten DSL-Anbieter
ihre Produkte als Erlebnis präsentieren.
Jörg Schamberg