Früher ging man für Klatsch und Tratsch auf den Marktplatz, heute ist das Internet die größte Gerüchteküche der Welt. Gerade kocht die Netzgemeinde wieder ein kräftiges Süppchen, mit
Skype,
eBay und Google als Zutaten. Das Auktionshaus hatte den VoIP-Anbieter 2005 für umgerechnet
1,83 Milliarden Euro gekauft und seitdem einige Sorgenfalten mehr. Die jüngsten
eBay-Geschäftszahlen fielen im dritten Quartal rot aus, da das Unternehmen den Wert von Skype um knapp 1,4 Milliarden Dollar (947 Millionen Euro) senken musste. Kurz zuvor verlor der beliebte VoIP-Anbieter wegen der schlechten Geschäftsentwicklung seinen
Kopf, indem Gründer Niklas Zennström seinen Abschied nahm. Da wundert es nicht, dass der Gerüchteherd derzeit kräftig befeuert wird.
Sorgenkind vor die Tür setzen
Die Verluste, die eBay wegen Skype verzeichnen musste, legen die Vermutung nahe, dass sich das Unternehmen bald von seinem Sorgenkind trennen will. Englischsprachige Blogs munkeln nun, dass Google bereits Verhandlungen um Skype geführt haben soll. Schließlich würde dieser Zuwachs für den Suchmaschinenriesen Sinn machen, der jüngst mit der Handy-Plattform
Android Ambitionen zeigt, ins Mobilfunkgeschäft einzusteigen, so die Spekulationen der Branche. Darüber hinaus weisen kundige Blogger darauf hin, dass Ebay und Google bereits ein partnerschaftliches Verhältnis hegen, da sie gemeinsam mit weiteren Firmen mit einer Investition von umgerechnet 14,67 Millionen Euro an der spanischen WLAN-Community
FON beteiligt seien.
Skype als Social Network
Nun gießt Businessweek zusätzlich Öl auf die Flamme: Dem US-Technikmagazin zufolge soll nicht nur Google mit Skype liebäugeln, sondern auch der Medienkonzern News Corp. und Yahoo. Aus unterrichteten Kreisen will Businessweek jetzt erfahren haben, dass eBay den VoIP-Anbieter erstmal aufpolieren möchte, bevor er auf den Markt geworfen wird. So sei es den Magazin-Quellen zufolge denkbar, dass die Skype-Community künftig stärker mit eBay verflochten wird, indem beispielsweise in einer neuen Programmversion des VoIP-Angebots im Frühjahr kommenden Jahres neue Funktionen integriert werden, die es dem Internet-Auktionshaus ermöglichen würden, digitale Inhalte über Skype zu verkaufen.
So wäre es möglich, beispielsweise Musik, Videos oder Software der riesigen Skype-Nutzergemeinde anzubieten, die mittlerweile fast 250 Millionen Mitglieder zählt. Ebenso sei es möglich, dass sich Skype zum Social Network und damit zu einer harten Konkurrenz zu Myspace oder Facebook mausert, schließlich finden sich bereits jetzt einige entsprechende Services bei Skype. Es bleibt also abzuwarten, auf welchen Weg Ebay sein Sorgenkind künftig schickt.