Donnerstag, 29.11.2007 12:48

Killerspiele sind keine Weihnachtsgeschenke

aus dem Bereich Computer
Psychotherapeuten fordern jetzt das Verbot von Computerspielen, in denen Jugendliche für das Töten und Foltern von Menschen belohnt werden. "Solche Spiele werden zunehmend verharmlosend als so genannte Ballerspiele vermarktet", so die Meinung der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG). Computerspiele haben kurz vor Weihnachten wieder Hochkonjunktur und sind ein Riesengeschäft für die Hersteller.

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Gesetzliches Verbot gefordert

"Für die zumeist jugendlichen Nutzer sind gewaltfördernde Spiele entwicklungspsychologisch jedoch eine Katastrophe", betonen zahlreiche Mitarbeiter in psychotherapeutischen Beratungsstellen und schulpsychologischen Diensten. Deshalb fordere der Fachverband, gewaltverherrlichende Spiele gesetzlich zu verbieten, damit der Grundkonsens einer humanen Gesellschaft erhalten bleibe.

"Kinder verwahrlosen seelisch"

"Killerspiele sind wie Landminen für die Seele", sagt Elke Ostbomk-Fischer, Hochschuldozentin und GwG-Mitglied. Die Medienverwahrlosung junger Menschen habe in den vergangenen Jahren ein derart erschreckendes Ausmaß erreicht, dass die politisch Verantwortlichen umgehend handeln müssten, bevor eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen vom Strudel der Gewalt mitgezogen werde. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert auch die Herstellung und Verbreitung solcher so genannten Killerspiele unter Strafe zu stellen.

Bedenkliche Entwicklung

Das Bild der Psychotherapeuten auf die virtuellen Welten vor dem Computer-Bildschirm ist düster. Demnach verlieren immer mehr jüngere Kinder ihr natürliches Mitgefühl, wenn sie stunden- und tagelang in brutalste Action-Welten eintauchen, in denen das Zerstören und Töten als Spaß und Faszination erlebt wird. Insbesondere Jungen sind häufig davon betroffen. Sie verhalten sich dann zunehmend aggressiv und sind für soziale Regeln des menschlichen Miteinanders kaum noch zu gewinnen. Eine wachsende Zahl Jugendlicher verbringt mehr Zeit mit suchtfördernden PC-Spielen als in der Schule. "Viele Eltern fühlen sich angesichts der medialen Übermacht zunehmend hilflos und verzweifelt. Oft werden sie von ihren Kindern als rückständig abgekanzelt, wenn sie auf entsprechende Geschenkwünsche skeptisch reagieren", sagt Karl-Otto Hentze, Psychotherapeut und Bundesgeschäftsführer der GwG. Ohne kritische Schulung sei es schwierig, pädagogisch sinnvolle Ratschläge von verkaufsfördernden Ratschlägen zu unterscheiden.
Michael Friedrichs
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