
Wenn es in Deutschland eine Wintersportart gibt, die Woche für Woche viele Tausend Zuschauer begeistert, ist es das Kufenspektakel in den deutschen Eishockey-Stadien. Seien es die Eisbären Berlin, die Kölner Haie oder die Adler Mannheim - deutschlandweit wird um den Einzug in die Play Offs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gezittert. Auch in den USA zieht die National Hockey League (NHL) viele Zuschauer in ihren Bann. Kein Wunder: Die stärkste Eishockeyliga der Welt lockt mit Stars wie Nicklas Lidström, Ilja Kowaltschuk oder auch dem deutschen Nationalspieler Jochen Hecht. Für die Spiele-Entwickler von Electronic Arts ist das alles Grund genug, auch für die aktuelle Saison eine neue Version der NHL-Reihe auf den Markt zu bringen. Unsere Redaktion hat sich
NHL 08 in der PC-Version genauer angeschaut.
Aller Anfang ist schwer
Bevor die Kufen-Cracks aufs Eis geschickt werden, gilt es, die Installation hinter sich zu bringen. Sie läuft zwar problemlos ab, allerdings sollten rund zehn Minuten eingeplant werden, um Daten von der DVD-ROM auf den Rechner zu schaufeln. Wurde die 2,7 Gigabyte große Software auf dem PC installiert, treffen Eishockey-Freunde auf das Spielmenü. Was auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirkt, erweist sich in der Praxis als sauber strukturiert. Einziger Nachteil: Die Navigation mit dem Gamepad erweist sich als zu umständlich. Während die PC-Tastatur im eigentlichen Spielmodus viel zu kompliziert zu bedienen ist, erweist sie sich im Spielmenü als bessere Variante für die Steuerung.
Dickes Plus: Original-Lizenzen
Stichwort Spielmenü: Hier sind nicht nur die Optionen individuell auf die eigenen Bedürfnisse einstellbar, auch die gewünschte Liga, in der die Spieler über das Spielfeld flitzen sollen, ist hier auszuwählen. Neben der NHL steht unter anderem auch die DEL zur Verfügung. EA Sports hat es sich nicht nehmen lassen, die Original-Lizenz zu kaufen, wodurch Team- und Spielernamen den realen Namen entsprechen. Im Vergleich zu den Vorgängern neu integriert wurde die American Hockey League (AHL), die in Deutschland zwar weniger bekannt ist, aber zu den ältesten Eishockey-Ligen der Welt gehört. Hier spielen die Stars von morgen.
Viele Ligen können ausgewählt werden.
Screenshot: onlinekosten.de
Doch so sehr der Gamer sich über den Umfang an Ligen freuen und sogar die Nationalmannschaft aufs Eis schicken kann, so sehr wird er in Sachen Grafik enttäuscht. Spieler, Trainer und Zuschauer wirken alles andere als liebevoll programmiert. Grobe Gesichtszüge, eckige Körper und ein langweilig animiertes Publikum wirken sich negativ auf den Spielspaß aus. Es scheint fast so, als sei die Entwicklung auf dem Stand der letzten Jahre stehen geblieben. Die Animation ist mit jener der menschlichen Charaktere aus dem Fim "Ice Age" vergleichbar. Dass dieser Film aus dem Jahr 2002 ist, spricht für sich.