Diese Rechnung haben die Provider mit einem klaren Ellenbogenstoß in Richtung Google, eBay, Amazon und Co. versehen: Es kann schließlich nicht angehen, dass die Unternehmen gewaltige und gewinnträchtige Datenschleudern im Netz installieren, es aber gleichzeitig ablehnen, sich an einer Finanzierung des Netzausbaus zu beteiligen, so der Tonus. Bereits jetzt denkt die IAA öffentlich über eine Abgabenpflicht für Traffic-Verursacher nach, einen Leitungszoll, den Website-Betreiber bezahlen sollen, damit Nutzer auch weiterhin ihre Angebote nutzen können.
Speedgarantie in Deutschland
In Deutschland äußerte sich der Verband der Deutschen Internetwirtschaft
eco zu den Horrorszenarien eher gelassen. Die Fragestellung des diesjährigen Kongresses "Ist das Internet noch zu retten?" wurde letzte Woche in Köln einstimmig und recht entspannt mit einem "Ja!" beantwortet. Während die meisten Amerikaner noch per Telefonleitung oder Fernsehkabel ins Netz gehen, bereite man sich hierzulande auf den
VDSL-Durchbruch vor. Dank der grauen Kästen, welche die Telekom schon seit Monaten in größeren Städten und Ballungsräumen aufstellt, sei bei 50-Megabit-Aschlüssen auch in Zukunft keine Verstopfung im Datenverkehr zu befürchten. Noch besser dürfte es werden, wenn das Monopol fällt und der Markt für alle
Mitbewerber offen steht.
Offene Netze als Wachtumsfaktor
Über kurz oder lang werden sich in Deutschland die Next Generation Networks (NGN) durchsetzen, IP-basierte Universalnetze, die alle Dienste übertragen können: von der Telefonie über das World Wide Web bis zum Fernsehen. "Die bisherige Trennung etwa zwischen Festnetz und Mobilfunk, Telefonnetz und Internet wird es in zehn Jahren nicht mehr geben", erklärt Harald A. Summa, Geschäftsführer von eco. Mit Sicht auf die Maut-Pläne der IIA, die ja unter anderem Vorbildcharakter für deutsche Provider haben könnten, äußern sich die Internetwirtschaftler kritisch bis verärgert: "Die Offenheit war und ist der entscheidende Wachstumsfaktor für das Internet. Der Wandel zu einem geschlossenen Netz wäre der Wachstums-Killer. Es ist ein Irrtum der Netzbetreiber zu glauben, dass sie künftig weiterhin die Macht darüber haben, welche Dienste sie ihren Kunden anbieten."