Freitag, 30.11.2007 10:34

DSL-Anbieter auf der Jagd nach Kunden

aus dem Bereich Breitband
Die Installation des Modems schildert Alice als "einfach", da im Handel eine sogenannte "Alice Box" mit einem selbstinstallierenden Modem erhältlich ist. Die telefonische Kundenbetreuung hilft bei Bedarf weiter, zusätzlich gibt es einen kostenpflichtigen Installationsservice über Drittanbieter.

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Verbraucherzentrale NRW mahnt Anbieter ab

Onlinekosten.de fragte auch bei der Verbraucherzentrale NRW nach. Einer Sprecherin zufolge beschweren sich die Verbraucher insbesondere wegen Werbeanrufen der Telefon- und DSL-Anbieter. Aktuell wurden Tele2, Freenet, Arcor und Telekom unter anderem wegen ihrer Telefonwerbung von den Verbraucherschützern abgemahnt. Die Verbraucherzentrale sieht einen Rückruf des Kundenservices nach einem Vertragsabschluss an der Haustüre nicht als Lösung. Stattdessen sollte immer eine schriftliche Bestätigung des Kunden erfolgen müssen. Im Moment müsse jedoch der Verbraucher aktiv werden, wenn es auf solche Weise zu einem Vertragsschluss kam.

Nach einer Erhebung der Verbraucherzentrale werden jährlich rund 40.000 Verträge per Telefon oder an der Haustür den Kunden "untergeschoben". Diese Zahl bezieht sich jedoch auf die Gesamtzahl aller auf diese Art vertriebenen Verträge, also auch auf Versicherungen und andere Produkte. Hat ein Kunde am Telefon lediglich um Zusendung von Informationen gebeten und erhält plötzlich eine Rechnung, so soll er deutlich machen, dass von ihm keine willentliche Zustimmung dazu vorliegt und kein Vertrag existiert. Pflicht der Anbieter ist es, bei einem wirksamen Vertragsabschluss den Kunden auch über die Rechtsfolgen zu informieren, also etwa über Widerrufsmöglichkeiten und die Vertragslaufzeit. Die Möglichkeit zum Widerruf des Vertrages erlischt auch innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist nur dann, wenn ein Kunde ein Produkt schon nutzt oder seine ausdrückliche Zustimmung zur sofortigen Aktivierung des Produktes gegeben hat.

Fazit

Vertragsabschlüsse an Haustür und per Telefon können ihre Tücken haben. Besser ist ein Vertragsabschluss per Online-Bestellung oder schriftlich per Brief. Bei manchen Providern können die DSL-Pakete auch ohne PC nur zum Telefonieren genutzt werden. Ältere Kunden werden von den meisten Anbietern nicht besonders behandelt, Rückrufe finden meist nicht statt. Der Trend der Anbieter geht hin zu selbstinstallierenden oder bereits fertig konfigurierten DSL-Modems. Ein Installationsservice vor Ort ist in den meisten Fällen kostenpflichtig.

Bei allen Anbietern kann der Kunde innerhalb von 14 Tagen nach Auftragsbestätigung den Vertrag widerrufen. Negativ ist jedoch, dass Kunden derzeit noch selbst aktiv beweisen müssen, dass ihnen ein Vertrag untergeschoben wurde. Etwas mehr Entgegenkommen seitens der Provider wäre manchmal angebracht. Kundengewinnung um jeden Preis darf nicht oberstes Ziel sein.
Jörg Schamberg
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