Ein Marktanteil von 95 Prozent und Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe – was klingt wie der Geschäftsbericht von Microsoft sind die aktuellen Eckzahlen vom Spam-Markt. So stellte kürzlich
Panda Security in einer Analyse fest, dass allein vergangenes Jahr ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als 50 Milliarden US-Dollar auf das Konto von Cyberkriminellen geht. Jetzt haben die Virenjäger von G Data Security Labs diesen scheinbar so lukrativen Markt genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass im dritten Quartal 2007 der Spam-Höchststand bei 95 Prozent aller versandten E-Mails lag.
Mehr verschickt, mehr verdient
Die Sicherheitsexperten gehen daher davon aus, dass die Entlohnung durch die Auftraggeber entsprechend großzügiger ausfällt, je mehr Spam-Mails versandt werden. So zeigte eine
Analyse der Preisstruktur der Branche, dass bereits 20 Millionen Spam-E-Mails geradezu zum Schnäppchenpreis von 350 Euro zu haben sind. Die Flut unerwünschter Werbebotschaften überrollt dabei Postfächer weltweit und entwickelt sich mittlerweile zur echten Produktivitätsbremse - nicht nur für Unternehmen. Während die meisten Spam-Mails jedoch mit einem Klick im Papierkorb verschwinden und keinen weiteren Schaden anrichten, sind inzwischen acht Prozent der unerwünschten Botschaften tückischer. Rund acht Prozent der Spam-E-Mails führen einen Link mit sich, der auf eine Website mit Schadcode verweist. So haben G Data zufolge derzeit rund die Hälfte aller Malware-Infektionen ihren Ursprung in einer solchen Drive-by-Infektion, ausgelöst durch Links in Spam-E-Mails.
Viagra für alle
Das dickste Stück vom weltweiten Spam-Kuchen entfällt laut G Data aktuell mit 30 Prozent auf pharmazeutische Angabote, also in erster Linie auf verschreibungspflichtige Medikamente wie Viagra. Der noch relativ neue Trend der
PDF-Spam ist G Data zufolge hingegen mit einem Anteil am Gesamtvolumen von weltweit fünf Prozent schon wieder rückläufig. Lediglich für einen Versuchsballon, der kaum den erhofften Erfolg mit sich brachte, halten die Sicherheitsexperten die jüngst aufgetretenen Fälle von MP3-Spam. Unangefochtene Weltmeister in Sachen Spam-Versand sind mit 23 Prozent weiterhin die USA, gefolgt von Russland mit 6,49 Prozent. Bereits auf dem dritten Platz findet sich jedoch Deutschland mit 5,99 Prozent. Pünktlich zum Weihnachtsgeschenk rechnet Ralf Benzmüller, Leiter der G Data Security Labs, mit verstärkten Beutezügen der Online-Kriminellen: "Daher rechnen wir im Vorfeld des Weihnachtsgeschäfts mit einer deutlichen Zunahme von
Phishing-Attacken."