Donnerstag, 08.11.2007 12:11

VDSL, congstar und iPhone sollen Telekom helfen

aus den Bereichen Breitband, Mobilfunk
Wenn René Obermann, Chef der Deutschen Telekom, einmal pro Quartal Details zu den aktuellen Geschäftszahlen präsentiert, hat er für das Inlandsgeschäft im klassischen Festnetzbereich meist keine guten Nachrichten im Gepäck. So auch heute, als er in der Bonner Konzernzentrale eingestehen musste, dass immer mehr Kunden dem ehemaligen Staatskonzern den Rücken kehren. Leicht missmutig musste er zugeben, dass sich daran auch in den kommenden Quartalen nichts ändern wird. Mit VDSL in mehr Städten, dem exklusiven Verkauf des iPhones über die Mobilfunk-Tochter T-Mobile sowie neuen Prepaid-Angeboten bei congstar will die Telekom den Umsatzverlust im Festnetzgeschäft auffangen.

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Kundenschwund wird anhalten

Der Verlust von knapp 500.000 Telefonanschlüssen im dritten Quartal des laufenden Jahres spricht eine deutliche Sprache: Immer mehr Deutsche wechseln zu günstigeren Angeboten der Telekom-Konkurrenten, telefonieren nur noch über das Internet oder mit dem Handy. Der Telekom-Chef mahnte heute einmal mehr an, dass der harte Wettbewerb auch regulatorisch gewollt sei. Der Rückgang der Anschlusszahlen werde den Konzern auch in den kommenden Quartalen begleiten. "Es gibt keine Möglichkeit, dies komplett einzubremsen", so Obermann.

Trotzdem zeigt man sich bei der Telekom insgesamt zuversichtlich. "Wir sind voll auf Kurs, unsere für 2007 gesteckten Ziele zu erreichen", sagte Obermann. Insbesondere mit dem DSL-Neukundengeschäft und den Entertain-Paketen auf Basis von VDSL möchte der Telekom-Boss punkten. "Wir investieren trotz der Vorgaben aus Brüssel in die VDSL-Zukunft und glauben an das Geschäft." Ende des Jahres werden 26 Städte an das VDSL-Netz angeschlossen sein, insgesamt sollen es bis Ende 2008 insgesamt 50 Städte sein.

Neue Prepaid-Pakete bei congstar

Auch über die Entwicklung der Telekom-Billigmarke congstar zeigte sich Obermann zufrieden. Genaue Kundenzahlen mochte er auch auf Anfrage zwar nicht nennen, verwies aber auf einige tausend congstar-Nutzer. Um künftig noch stärker preisbewusste Jugendliche ansprechen zu können, soll die bisherige Produktpalette um Prepaid-Pakete erweitert werden. Derzeit bietet congstar Startpakete für seinen Mobilfunktarif für null Euro.

Große Hoffnung steckt die Deutsche Telekom darüber hinaus in die exklusive Vermarktung von Apples iPhone über T-Mobile. Zwar mochte Obermann keine genauen Prognosen abgeben, wie viele iPhone-Kunden die Telekom gewinnen möchte, es müsse aber das Ziel sein, die zu erwartende hohe Nachfrage ordentlich zu bedienen. Die Zahl der Voranmeldungen ist laut Obermann "erheblich". Gerüchte, wonach die Telekom den iPhone-Hersteller Apple mit 30 Prozent an den Umsätzen aus den iPhone-Verträgen beteiligt, mochte der Telekom-Boss nicht bestätigen. Die iPhone-Vermarktung beginnt am Freitag, 9. November, mit speziellen Mobilfunk-Tarifen.
Hayo Lücke
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