Nach Informationen des "Handelsblatt" macht sich
1&1, Webhoster und
DSL-Provider aus Montabaur, bereit für einen Angriff auf Blackberry, den Marktführer im Bereich E-Mail Pushdienste. Schon im Oktober waren
erste Berichte zu den Plänen von 1&1 aufgetaucht. Ab Ende November soll mit einer neuen Datenflatrate für 15 Euro die Echtzeitsynchronisation mit Outlook inklusive Terminen und Kontakten möglich werden. Außerdem erhalten Kunden des neuen Angebotes ein E-Mailkonto mit der Online-Groupware
MailXchange.
Keine UMTS-Flatrate
Das Angebot ist zwar neu, die neueste Technik wird zu diesem Flatratepreis bei der Datenübertragung jedoch nicht genutzt. Schnelles
UMTS wird nicht angeboten, stattdessen auf das langsamere
GPRS oder
EDGE zurückgegriffen. Vodafone wird - wie schon beim bisherigen, laut "Handelsblatt" wenig erfolgreichen, 1&1-Pushdienst
"Pocket Web" - wieder Netzpartner werden.
Adieu Ogo
Ein von 1&1 vorgeschriebenes Endgerät zur Nutzung der Datenflatrate wird es nicht geben. Bisher waren Kunden des jetzigen E-Mail Pushdienstes auf das "Pocket Web"-Gerät namens Ogo angewiesen. Mit einem Laptop soll die Datenflat jedoch nicht nutzbar sein. 1&1 subventioniert zu Beginn laut "Handelsblatt" jedoch die Smartphones S710 von HTC und Q9 von Motorola. Als Betriebssystem wird
Windows Mobile genutzt, an einer Version für
Nokia-Handys werde noch gearbeitet. 1&1 wird den Push-E-Maildienst wohl auch als Zusatzoption zur Nutzung mit bestehenden Mobilfunkverträgen anbieten. Dabei soll dann die Nutzung von UMTS möglich sein.
Subventionierte Smartphones: Motorola Q9 und HTC S710
Bild: Motorola / HTC
Umkämpfter Markt
1&1 ist jedoch nur einer von zunehmend mehr Playern in dem heftig umkämpften Push-E-Mail-Markt. Blackberry beherrscht rund 80 Prozent des Marktes und verwaltet rund elf Millionen mobile E-Mailkonten. Andere Anbieter wie Vodafone und Nokia preschen mit ähnlichen mobilen Datendiensten vor. Experten sehen großes Wachstumspotenzial in diesem Sektor. Alleine im Geschäftskundenmarkt wird mit einem jährlichen Wachstum von 54 Prozent gerechnet. Bis 2011 sollen 84 Millionen Handys mit spezialisierten Funktionen verkauft werden.
1&1 plant daher schon weiter und will 2008 den neuen Push-E-Maildienst auch in den USA, dem Blackberry-Heimatmarkt, einführen.