Während sich die Musikindustrie weiter über verlorene Umsätze durch Filesharing beklagt, kommt nun eine Studie aus Kanada zu einem überraschend anderen Ergebnis: Demnach kaufen die Tauschbörsennutzer sogar mehr CDs als diejenigen, die sich keine Songs illegal herunterladen.
Wer tauscht, der kauft
Mit der
Studie "The Impact of Music Downloads and P2P File-Sharing on the Purchase of Music" wollte die kanadische Industrie herausfinden, inwieweit sich die Nutzung von Peer-to-Peer-Netzwerken auf die CD-Verkaufszahlen in Kanada auswirkt. Zwei Forscherinnen der University of London haben die Ergebnisse nun ausgewertet und konnten feststellen, dass das Filesharing unter den Tauschbörsennutzern die CD-Verkäufe ankurbelt. Dies trifft auch auf diejenigen zu, die sich nur Musik herunterladen, die ansonsten nicht erhältlich sei. Die Forscherinnen schätzen, dass ein zusätzlicher P2P-Download pro Monat dazu führt, dass jährlich etwa 0,44 CDs mehr gekauft werden.
Preise haben keinen Einfluss
In Bezug auf die Gesamtbevölkerung ließ sich weder ein positiver noch ein negativer Zusammenhang zwischen Filesharing und CD-Verkäufen ausmachen. Ob die illegalen Songs auch bei legalen Musikdownload-Portalen für steigende Verkaufszahlen sorgen, konnte in der Studie nicht nachgewiesen werden. Darüber hinaus kommen die Forscherinnen zu dem Ergebnis, dass die Preisgestaltung für CDs keinen Einfluss auf die Absatzzahlen hat, ebenso wenig das Einkommen der Nutzer.
Die Studie beruht auf Befragungen von 2.100 Kanadiern ab 15 Jahren zwischen April und Juni 2006.