In den wenigen Monaten seit dem Start der Schnittstelle stellten Entwickler 5000 kleine Programme für Facebook-Nutzer zur Verfügung. Jedes Mal, wenn ein Facebook-Nutzer ein kleines Programm nutzt, erfahren dies sofort alle seine Freunde. Dennoch hat die Facebook-Schnittstelle einen Nachteil: Programmierer müssen eine eigene Programmiersprache von Facebook lernen. Wer also etwas für die Seite programmiert, kann dies nur hier nutzen.
Hier setzt Google an: Nachdem die Firma in einem Bieterwettstreit um Facebook-Anteile in der vergangenen Woche dem Rivalen Microsoft
unterlag, will sie einen offenen Schnittstellen-Standard schaffen, den das eigene, bislang eher erfolglose soziale Netzwerk Orkut mit anderen Netzwerken teilt. Das OpenSocial getaufte Projekt könnte nach Presseberichten auf einen Schlag bis zu 100 Millionen Nutzer der verschiedenen Netzwerke erreichen - weit mehr also als die 50 Millionen Facebook-Nutzer.
Auch Xing an Bord
Durch das dadurch entstehende vereinigte soziale Netzwerk könnten Nutzer nicht nur ihre Kontakte über Plattformen hinweg besser austauschen, auch die Werbeindustrie könnte mit einem Mal viel weiter gespannte Netzwerke erreichen. Diese Vision teilen mit Google offenbar viele große soziale Netzwerke. Die Internetseiten LinkedIn, hi5, Friendster, Plaxo und auch der deutsche Marktführer Xing sind dabei.
Durch den neuen Standard könnten die vielen sozialen Netzwerke endlich die Kassen klingeln lassen, hoffen die Beteiligten. Dabei setzen sie vor allem auf eines: Was nicht über klassische Werbung angepriesen, sondern quasi per Mund-zu-Mund-Propaganda weiterverbreitet wird, kommt direkter bei den Nutzern an. So könnte in Zukunft jeder erfahren, welche Lieder seine Kontakte gerade im Internet herunterladen, welche Bücher sie kaufen, welche Konzerttickets sie bestellen und wohin sie reisen wollen. Vielleicht will ja jemand auch gleich bestellen und hinterher reisen.