Es ist eine Erfolgsgeschichte: 2004 gründete der Harvard-Student Mark Zuckerberg die Internetseite facebook.com, drei Jahre später führt das Portal die weltweite Liste der sozialen Netzwerke mit deutlichem Abstand an. Mehr als 51 Millionen aktive Nutzer in aller Welt haben auf der Internetseite ihr Profile veröffentlicht, verknüpfen diese mit Freunden und tauschen sich virtuell aus. Ein Erfolg, der nach Google klingt - doch der Internet-Gigant blieb außen vor. Deshalb bläst Google nun zum Generalangriff auf Facebook: Gemeinsam mit anderen
sozialen Netzwerken will das Unternehmen jetzt einen offenen Standard vorstellen, der Facebook das Wasser abgräbt.
Google will mehr Web 2.0
Soziale Netzwerke sind Teil des so genannten
Web 2.0: Internetnutzer präsentieren sich, erzeugen Inhalte, tauschen diese untereinander aus und verknüpfen ihre eigenen Profile mit denen ihrer Freunde, Bekannten und Kollegen. Durch die Verknüpfungen entstehen Netzwerke, in denen fast jeder zu fast jedem über ein paar Ecken eine Beziehung herstellen kann. Facebook geht noch weiter: Jedes Mal, wenn ein Nutzer etwas tut, wird dies sogleich seinen Kontakten mitgeteilt - die Freunde nehmen am Leben der anderen virtuell teil.
Das fasziniert die Nutzer dieser Netzwerke - und die Werbeindustrie: Quasi per Schneeballsystem können die Nutzer nicht nur Informationen über sich selbst austauschen, sondern etwa auch Produkte weiterempfehlen. Außerdem erlauben die sozialen Netzwerke, sehr zielgenaue Werbung zu platzieren - die Nutzer geben derart detaillierte Informationen über sich preis, dass die Werbung quasi maßgeschneidert werden kann.
Programme für Facebook
Vom Facebook-Netzwerk zu profitieren ist seit einigen Monaten noch leichter. Im Mai öffnete Facebook sich über eine Schnittstelle externen Entwicklern. Private Entwickler und Firmen können seitdem Anwendungen bereitstellen, auf die die Nutzer von Facebook zurückgreifen können. Wer beim Internet-Buchhändler Amazon Kritiken schreibt, kann die beispielsweise auf seine Facebook-Profilseite einbinden - und erhöht dadurch die Nutzerzahlen für Amazon.