Freitag, 26.10.2007 13:05

Telekom will DSL-Mitbewerber zur Kasse bitten

aus dem Bereich Breitband
Es ist eigentlich wie immer, wenn die Frist der Entgelte für die Zuführung zum Internet Service Provider, kurz "ZISP", abläuft. Die Deutsche Telekom möchte die Preise erhöhen, die Verbände der Internetdienstleister schlagen Alarm. So auch dieses Jahr.

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Frist endet

In diesem Jahr, Ende November, läuft die aktuelle Preisrunde für das Vorleistungsprodukt "ZISP" ab. Dann ist es an der Bundesnetzagentur zu bestimmen, welche Gebühren in Zukunft von der Telekom erhoben werden. Am Donnerstag fand bei der Behörde eine Anhörung statt, bei der Telekom und Verbände ihre Standpunkte und Einschätzungen unterstreichen konnten. Deutschlands größtes Telekommunikationsunternehmen forderte eine Erhöhung der Entgelte um satte 52 Prozent. Für den Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) ein "nicht genehmigungsfähiger" Wert.

Nach Ansicht des VATM-Geschäftsführers Jürgen Grützner zeige ein Blick auf die tatsächlichen Kosten für die Bereitstellung von ZISP, dass diese seit dem letzten Genehmigungsverfahren vor zwei Jahren "deutlich gesunken" seien. Steigende Kundenzahlen und Verkehrsmengen der Telekom ermöglichten einen preisgünstigeren Betrieb des Konzernnetzes.

Großes Zittern

Würde die Deutsche Telekom von der Bundesnetzagentur grünes Licht für die Erhöhung der Entgelte erhalten, schade dies den Mitbewerbern, die für gleichbleibende Leistungen natürlich mehr Geld zahlen müssten. Grützners vernichtendes Urteil: "Eine Erhöhung der ZISP-Entgelte käme einer Strafsteuer für die Mitbewerber gleich".

Im VATM haben sich zahlreiche Größen der Telekommunikationsbranche zusammen getan, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Versatel, Arcor, QSC und Telefónica. Mit "ZISP" ermöglicht die Deutsche Telekom ihren Konkurrenten, bis zu 73 Zugangspunkte als DSL-Übergabepunkte zu den Haushalten der Kunden zu nutzen. In einem ausführlichen Artikel ging onlinekosten.de in der Vergangenheit auf dieses wichtige Vorleistungsprodukt ein.
Michael Müller
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