Es klingt dreist und nach Abzocke: einer 84jährigen Rentnerin aus Stolberg bei Aachen wurde ein DSL-Vertrag angedreht, obwohl sie selber überhaupt keinen PC oder ein Notebook nutzt. Sie hatte zwei Werber eines DSL-Anbieters in ihre Wohnung gelassen und sich von ihnen über die Vorzüge eines schnellen DSL-Zugangs informieren lassen. In dem Glauben etwas günstiges kaufen zu können unterschrieb sie den DSL-Vertrag mit einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren.
Polizei hilft beim Widerruf
Nachdem die eifrigen Anwerber nach Erhalt der Unterschrift schnell wieder die Wohnung verlassen hatten, wurde die alte Dame doch nachdenklich und verständigte die Polizei. Den Beamten zeigte sie den frisch unterschriebenen DSL-Vertrag. Sie hätte eigentlich gar nicht verstanden, was ihr die Vertreter des DSL-Anbieters alles erzählt hätten.
Die Polizisten handelten schnell und widerriefen telefonisch im Auftrag der Kundin den DSL-Vertrag und baten um eine schriftliche Kündigungsbestätigung. Außerdem drückten die Polizisten ihre Verwunderung über dieses kundenunfreundliche Vorgehen aus. "Auch wenn strafrechtlich kaum der Anfangsverdacht eines Betruges erfüllt zu sein scheint, so ist diese Methode des Verkaufes einer Dienstleistung zumindest als unlauter anzusehen" so die Polizei Aachen.
Jörg Schamberg