Mittwoch, 24.10.2007 13:16

Spam, Malware und Daten zum Discount-Preis

aus dem Bereich Computer
Spam und schadhafte Software sind weiter auf dem Vormarsch: Allein in den USA betrug der wirtschaftliche Schaden durch Cyberkriminalität im vergangenen Jahr laut einem Malware-Bericht von Panda Security mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Die großen Umsätze erwirtschaften dabei die Betreiber von Botnetzen, die ihre kriminellen Dienste anbieten. Wie zum Beispiel im Mobilfunkmarkt geht auch hier der Trend offenbar in Richtung "Discount-Preis": Die Sicherheitsexperten von G Data Security Labs haben die Preissstruktur der Cybercrime-Industrie recherchiert.

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Wie die Experten ermittelten, sind gezielte Angriffe auf Websites, so genannte DdoS-Attacken (Distributed Denial of Service), oder der Versand von Millionen Spam-Mails bereits für wenige hundert Euro möglich. Ab 350 Euro seien 20 Millionen Spam-E-Mails zu haben. Noch günstiger wird es mit Do-It-Yourself-Tools: Wer den Müll-Versand selbst übernimmt, zahlt G Data zufolge 140 Euro und bekommt dazu fünf Millionen E-Mail-Adressen. Letztere sind im Vergleich zu Accounts generell preiswert zu haben. Während zehn Millionen Adressen 100 Euro kosten, müssten für einen einzigen Account beim Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW) sechs Euro hingeblättert werden. Kreditkartendaten seinen für rund drei Euro pro Stück erhältlich.

“Mini-Job“ mit 7000 Euro Verdienst

„Die Professionalisierung der Online-Kriminellen ist nichts Neues. Wir haben es bereits seit Jahren mit einer Industrie zu tun, die im Internet kriminelle Dienstleistungen im großen Rahmen offerieren. Aber getreu nach dem Motto „darf es auch etwas mehr sein“, bieten die Cyber-Kriminellen ihre Dienstleistung inzwischen oft in Kombinationen an: DDoS-Attacken, die die Server der Mitbewerber lahmlegen, und zeitgleicher Versand von Spam sind nicht ungewöhnlich“, kommentiert Ralf Benzmüller, Leiter von G Data. Oft seien die ersten zehn Minuten einer DDoS-Attacke sogar kostenlos, damit sich der Auftraggeber von der Leistungsfähigkeit seines Dienstleisters überzeugen kann. Abgerechnet werde nach Stunden- und Tagessätzen, die bei rund 20 beziehungsweise 100 US-Dollar liegen. So seien bei einer Arbeitszeit von lediglich 20 Stunden pro Monat mit 20 Aufträgen problemlos Monats-Einkünfte von 7000 Euro und mehr möglich.

Als besonders lukrativ erweist sich der Handel mit Sicherheitslücken und speziell angefertigten Schadprogrammen. Hier recherchierte G Data Preise von bis zu 35.000 Euro pro Exploit oder mehrere zehntausend Euro für spezielle Trojaner.
Saskia Brintrup
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