Auch der amerikanische Neuro-Forscher C. Shawn Green von der Universität Rochester schreibt den Programmen eine gewisse positive Wirkung zu. So hätten seine Studien ergeben, dass Videospieler ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen hätten - was ihnen womöglich Vorteile etwa beim Autofahren verschaffe. Green ist sich jedoch im Gegensatz zu den Herstellern nicht sicher, ob Video- und Computerspiele geistigen Verfall oder Sehprobleme im Alter tatsächlich verhindern können.
Spezielle Übungen
Michael Scanlon glaubt das schon. Der frühere Neurowissenschaftler der Universität Stanford ist Mitgründer von "Lumosity", einer Internetseite, auf der Nutzer ihr Gehirn trainieren können. "Damit die Seite auch Spaß macht, haben wir uns viel bei den Video-Spielen abgeguckt", sagt Scanlon. So bietet "Lumosity" zum Beispiel ein tägliches zehnminütiges "Gehirn-Fitness" an. "Menschen, die die Übungen gemacht haben, hatten ein besseres Gedächtnis und waren aufmerksamer."
Gehirn fit halten
Anbietern wie Nintendo und "Lumosity" geht es vor allem darum, die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern, etwa die Geschwindigkeit von Denkprozessen und das Erinnerungsvermögen. So wird zum Beispiel schnelles Kopfrechnen gefordert, oder die Nutzer müssen bei einem Videospiel bestimmte Hindernisse im Gedächtnis behalten. In Scanlons Augen bieten solche Spiele eine perfekte Ergänzung zu anderen Aktivitäten wie Kreuzworträtseln, die wiederum einen positiven Einfluss auf das Sprachvermögen hätten.
Während "Lumosity" auf einzelne Abonnenten im Internet abzielt, setzen Softwareanbieter wie das US-Unternehmen Posit Science Corporation auf Verträge im großen Stil. Kürzlich hat der Anbieter einen Vertrag mit dem US-Pflegeversicherer Penn Treaty abgeschlossen - Ziel ist es laut dem Unternehmen, das Gedächtnistraining populärer zu machen und Demenzkrankheiten hinauszuzögern.
Hayo Lücke
/ afp