Cyberkriminelle sind offenbar immer häufiger hinter persönlichen Informationen her. So seien unter anderem
Phishing-Versuche und Angriffe durch Trojaner oder Keylogger im ersten Halbjahr stark angestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Microsoft, die während der RSA Conference Europe in London veröffentlicht wurde.
Steigerung von 500 Prozent
Gemäß dem
Security Intelligence Report von Microsoft Research wurden in der ersten Jahreshälfte 31,6 Millionen Phishing-Versuche entdeckt. Im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr entspreche dies einer Steigerung von mehr als 150 Prozent. Noch deutlicher fällt der Anstieg bei Trojanern, Passwort-Auslesern, Keyloggern und weiterer Malware aus. Hier ermittelte Microsoft eine Zunahme von 500 Prozent. Dabei zielten zwei dieser Trojanerfamilien, die durch Microsofts Malicious Software Removal Tool entdeckt und entfernt werden, auf Daten- und Bank-Informationen ab.
Kooperation nötig
Um Sicherheitslücken in Unternehmen zu vermeiden, sei eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Sicherheits-, Datenschutz- und Marketing-Managern wichtig. So seien Organisationen mit ungenügender Kooperation in den vergangenen zwei Jahren mehr als doppelt so häufig von Datendiebstahl betroffen gewesen als Unternehmen, deren Abteilungen gut zusammenarbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt Microsoft in einer weiteren Studie, die das Ponemon Institute durchgeführt hat. Befragt wurden mehr als 3600 Sicherheits-, Datenschutz- und Marketingverantwortliche in Deutschland, Großbritannien und den USA.
Die Studie fand außerdem heraus, dass 78 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen davon ausgehen, dass ihre Kollegen aus der Marketingabteilung Bescheid geben, bevor sie persönliche Informationen sammeln oder nutzen. Tatsächlich würden dies jedoch nur 30 Prozent der Marketing-Manager in die Tat umsetzen, obwohl mehr als 65 Prozent der Befragten angaben, dass Erhalt und Verbesserung des Rufs des Unternehmens einer der wichtigsten Treiber für den Datenschutz seien.