"Wir nutzen die Leitfähigkeit des Körpers, um Informationen zu übermitteln", sagt der Forscher. Diese Technologie, an der neben NTT DoCoMo auch der Konkurrent KDDI seit mehreren Jahren arbeitet, bietet eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten.
Kabelloser Musikgenuss
"Wenn es uns gelingt, die Leistung zu erhöhen, wird es möglich sein, Musik zu hören, indem man Kopfhörer aufhat und das Handy in der Tasche - ohne ein Kabel zwischen den beiden. Oder Videos anzusehen auf einer Brille oder einem Bildschirm, mit dem Körper als Übertragungsmittel", sagt Nakayama. Auch könnten zwei Menschen untereinander auf ihren Handys gespeicherte Daten austauschen - sie müssten sich nur die Hand geben.
Die neue Technik könnte auch eine biometrische Identifizierung zum Beispiel an der Kasse ersetzen. Es würde ausreichen, das Handy beziehungsweise die Kreditkarte bei sich zu tragen. Und Blinden könnte der Weg gewiesen werden: Über den Blindenstock und die Hand könnten die Sensoren auf dem Boden Informationen über den Standort ans Handy übermitteln, die eine Computerstimme dann dem Blinden mitteilt.
Los geht's schon bald
Wenn Nakayama von all diesen Möglichkeiten spricht, redet er nicht von einer fernen Zukunft: "Wir denken, dass Handys mit dieser Technologie der kabellosen Telekommunikation in gut einem Jahr etwa auf den Markt kommen könnten." NTT DoCoMo plant, die neue Technologie zunächst für Sicherungssysteme und erst später zu kommerziellen Zwecken einzusetzen.
Wird das Handy tatsächlich zum unverzichtbaren Begleiter, darf der Akku nie schlapp machen. Auch dafür haben die Ingenieure schon eine Lösung im Blick: Die Bewegungen des Körpers sollen genutzt werden, um die Energie für das Telefon zu erzeugen.