Auf den letzten 100 Metern galt es, einen Steilhang zu überwinden, was aber aufgrund immer wieder einsetzender Niederschläge nicht möglich war. "Durch den nassen Untergrund bestand die Gefahr, dass der für die Grabungen notwendige Bagger abgerutscht wäre", sagt Pittig. Ein Risiko, das auch ein in Hegensdorf ansässiges Bauunternehmen, das die notwendigen Baufahrzeuge zur Verfügung stellte, nicht eingehen konnte.
DSLAM-Aufbau folgt
Im ursprünglichen Plan war angedacht, die Trassenarbeiten Anfang September nach nur 14 Arbeitstagen abzuschließen. Am Ende hat es knapp zwei Monate gedauert, doch jetzt wurde das Etappenziel erreicht: alle Leerrohere liegen und die Telekom kann damit beginnen, die Kabel durch die Rohre zu schießen und die Vermittlungsstelle samt Outdoor-Digital Subscriber Line Access Multiplexer (kurz: DSLAM) aufzubauen. Laut Pittig soll dies in der nächsten Woche geschehen. Zumindest, sofern bis dahin eine entsprechende Stromversorgung zur Verfügung steht. Auch daran werde von einem großen deutschen Energieversorger gearbeitet.
DSL mit bis zu sechs Mbit/s
Verläuft alles nach Plan, werden die Einwohner von Hegensdorf noch vor Weihnachten mit bis zu sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet surfen können. Bisher unbestätigten Gerüchten zufolge könnten vereinzelt sogar bis zu 16 Mbit/s zur Verfügung stehen. "Wir sollten aber nicht zu gierig sein, sondern zunächst einmal mit dem leben, was wir erreicht haben", mahnt Pittig zur Besonnenheit.
DSL-Grabungen in Eigeninitiative – Hegensdorf buddelt sich zum DSL-Backbone der Telekom.
In den nächsten Wochen sei geplant, mit allen Helfern eine Party zu zelebrieren. "Wir konnten lange nicht abschätzen, wie lange unsere Grabungen dauern werden, doch jetzt ist die Stimmung bei uns super und wir warten erst einmal ab, was die Telekom macht." Die Telekom selber war am Freitag zu einer Stellungnahme zu den weiteren Ausbauplänen zunächst nicht zu erreichen.