Mittwoch, 17.10.2007 15:12

Internet wird auch für VoIPer zum heißen Pflaster

aus dem Bereich VoIP
Wer regelmäßig im Netz unterwegs ist, der kennt auch dessen Gefahren. Schädlinge und Hacker lauern an jeder Ecke und die Gefahren werden immer vielfältiger und zahlreicher, warnen die Sicherheitsexperten. Auch wer per Internet telefoniert, ist vor nichts sicher. Mit zunehmender Nutzerzahl wird diese Anwendung immer interessanter für Cyber-Kriminelle. Jetzt warnt die Non-Profit-Sicherheitsorganisation Packet Storm vor einer neuen Bedrohung, die gerade VoIP-Nutzer unter Beschuss nimmt.

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Pufferüberlauf leicht gemacht

Dem Bericht der Online-Schädlingsbekämpfer zufolge handelt es sich um eine Schwachstelle im weit verbreiteten SIP, dem Session Initiation Protocol, das von den meisten VoIP-Anbietern genutzt wird und dafür zuständig ist, einen Anruf übers Internet zu starten. Die Sicherheitslücke wurde im IP-Telefon Linksys SPA941 entdeckt und kann dazu genutzt werden, einen so genannten XSS-Angriff zu starten. Mit dem Cross-Site Scripting – kurz XSS – können Angreifer Sicherheitslücken ausnutzen, um Schadcode in ein System zu schleusen. Auf diesem Weg könnten der Warnung zufolge beispielsweise Pufferüberläufe (buffer overflows) ausgelöst werden, um das System zu überlasten.

Integrierte Webserver bergen Gefahr

Normalerweise seien Pufferüberläufe bei VoIP schwer auszuführen, da die verwendete Hardware meist mit eigenen Architekturen und Betriebssystemen arbeite, heißt es in dem Sicherheits-Bericht weiter. Das Problem: Viele Geräte sind mit integrierten Webservern ausgestattet, um beispielsweise Anruflisten zu speichern, wo Nutzer ihre verpassten Anrufe einsehen können. Werden diese Daten abgerufen, kann der XSS-Angriff seinen Lauf nehmen. Die Experten stufen diesen Umstand als sehr gefährlich ein, vor allem Unternehmen würden so Gefahr laufen, einer Cyber-Attacke zum Opfer zu fallen. Denn die meisten Sicherheitslösungen prüfen nur Standard-Protokolle auf eventuelle Schadanwendungen. VoIP-Protokolle wie SIP bleiben bei den meisten Überprüfungen bislang außen vor, sodass die meisten Firewalls oder Intrusion Prevention Systeme (IPS), die eigentlich Schaden abwehren sollten, der VoIP-Bedrohung nichts entgegensetzen können.
Aleksandra Leon
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