Werden Gespräche mit dem Handy bald wieder teurer? Ginge es nach den vier deutschen Netzbetreibern, wäre dies der Fall. Sie haben bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der so genannten
Terminierungsentgelte beantragt. Das geht aus den Anträgen der vier Provider hervor, die vom Regulierer jetzt veröffentlicht wurden.
Mehr Geld gefordert
Bisher dürfen Vodafone und T-Mobile von Wettbewerbern pro Minute 8,76 Cent verlangen, wenn ein Gespräch in ihr Netz weitergeleitet wird. Weil E-Plus und o2 später mit dem Aufbau ihrer Netze gestartet sind und der Betrieb der E-Netze mehr kostet, dürfen die beiden kleineren Netzbetreiber für die Terminierung etwas mehr verlangen - 9,94 Cent pro Minute. Diese Konditionen sind bis Ende November gültig und sollen nach dem Willen der Mobilfunker zum Teil deutlich steigen.
So hat
o2 bei der Bundesnetzagentur beantragt, künftig mehr als den doppelten Betrag des bisherigen Terminierungsentgelts kassieren zu dürfen. Satte 19,63 Cent pro Minute sollen es nach dem Willen des kleinsten deutschen Netzbetreibers sein. Eine ebenfalls deutliche Anhebung fordert
E-Plus. Die Düsseldorfer stellen sich vor, künftig 12,40 Cent pro Minute kassieren zu dürfen.
Auch die D-Netz-Betreiber T-Mobile und Vodafone wollen sich nicht mehr mit den bisherigen 8,76 Cent pro Minute zufrieden geben. Während
T-Mobile beantragt hat, das Entgelt pro Minute auf 10,92 Cent anzuheben, soll nach dem Willen von
Vodafone ein Zwei-Stufen-Plan greifen. Bis Ende März 2008 soll das Terminierungsentgelt auf 9,58 Cent pro Minute angehoben werden und anschließend für die Dauer von einem Jahr auf 8,97 Cent pro Minute sinken. Das wäre aber trotzdem noch immer mehr als beim aktuell gültigen Modell.
Regulierer muss entscheiden
Die Regulierungsbehörde hat nun darüber zu entscheiden, ob sie den Anträgen der Netzbetreiber entspricht oder die Terminierungsentgelte entgegen der Anträge weiter absenkt. Während eine Absenkung günstigere Minutenpreise zur Folge haben könnte, würde eine Anhebung wohl unter anderem das Aus für diverse
10-Cent-Tarife bedeuten, da diese sich für die Mobilfunkprovider nicht mehr rechnen würden.