Samstag, 13.10.2007 08:01

Kids als verdeckte Ermittler bei Videospielhändlern

aus dem Bereich Computer
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will Kinder und Jugendliche als verdeckte Ermittler gegen den illegalen Verkauf von Computerspielen mit gewalttätigen Inhalten einsetzen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Das Bundeskabinett wird nach seinen Angaben am Mittwoch über die Pläne beraten, mit denen gegen den illegalen Verkauf der Gewalt-Spiele an Minderjährige vorgegangen werden soll. Kritik an dem Vorhaben kam aus der FDP.

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Mit den Testkäufen durch Minderjährige will das Ministerium den Kontrollbehörden die Arbeit erleichtern. Der Sprecher wies darauf hin, dass solche von den Länderbehörden veranlasste Testkäufe durchaus schon bislang möglich seien. Mit der Gesetzesänderung solle nun aber größere Klarheit für die Behörden geschaffen werden. Auch wolle von der Leyen den Händlern klarer aufzeigen, wo die Grenzen für den Verkauf der Gewalt-Videos lägen.

"Kinder keine Köder"

Laut "FTD" soll die Einstellung der minderjährigen Ermittler an strenge Auflagen - Zustimmung der Eltern und pädagogische Betreuung - gekoppelt sein. Dazu äußerte sich der Ministeriumssprecher nicht. Er verwies auf eine für Mittwoch geplante Pressekonferenz der Ministerin. Der Einsatz von Testkäufern ist nach seinen Angaben Teil der Pläne zur Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, die von der Leyen im Februar zusammen mit ihrem nordrhein-westfälischen Kollegen Armin Laschet (CDU) angekündigt hatte.

Die jugendpolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Miriam Gruss, sprach von einem falschen Zeichen, das mit dem Vorhaben gesetzt werde. "Kinder sind keine Köder", erklärte sie in Berlin und verwies auf mögliche Gefahren für Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit der eingesetzten Kinder und Jugendlichen.
Aleksandra Leon / afp
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