Die geplante
Übernahme von freenet durch die beiden Wettbewerber Drillisch und United Internet hat sich vorerst zerschlagen. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf Bankkreise berichtet, habe die Finanzkraft der beiden Konkurrenten nicht ausgereicht, um die Übernahme zu stemmen.
Plan B in der Schublade
Der jetzt erfolgte Stopp des Übernahmeversuchs heiße aber nicht, dass der Plan komplett auf Eis gelegt werde. Vielmehr suchen der Mobilfunk-Provider Drillisch und die United Internet-Gruppe, zu der unter anderem der DSL-Provider 1&1 gehört, nach einem anderen Weg, um die Übernahme von freenet doch noch über die Bühne zu bringen. Der neue Plan sehe vor, dass freenet das Mobilfunkgeschäft ausgliedere und in einem ersten Schritt an Drillisch verkaufe. In einem zweiten Schritt soll dann United Internet das verbleibende DSL-Geschäft von freenet übernehmen.
Vorher soll es aber ein anderes Geschäftsfeld von freenet treffen. Die Webhosting-Tochter Strato soll dem Vernehmen nach veräußert werden. Sollten diese Überlegungen greifen, wäre freenet knapp neun Monate nach der
Fusion mit dem Mobilfunk-Service-Provider mobilcom wieder zerschlagen.
Auch kein freenet-Verkauf an Telefónica
Nach FTD-Informationen ist auch der frühere Plan von freenet-Chef Eckhard Spoerr, sein Unternehmen an die spanische Telefónica zu verkaufen, hinfällig. Erst kürzlich habe es ein Treffen mit einer spanischen Delegation gegeben, die Spanier wären aber mit United Internet als Großaktionär nicht kalkulierbare Risiken eingegangen.
Hayo Lücke