Mittwoch, 10.10.2007 12:24

Bundesliga-Deal mit Folgen

aus dem Bereich Sonstiges
Ein höherer von Premiere zu zahlender Preis könnte auch finanzielle Folgen für die Pay-TV-Abonnenten haben. Vorausgesetzt, der Bezahlsender sollte die Live-Rechte auch für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 behalten, könnte das Bundesliga-Abo teurer werden als bisher. Derzeit kostet das Einzelabo der Fußball Bundesliga bei Premiere 19,90 Euro im Monat. Arena hatte sein Bundesliga-Abo für 14,90 Euro verkauft, aber selbst zu diesem Preis binnen eines Jahres nur gut eine Millionen Kunden gewinnen können und deswegen die Live-Rechte über eine Sublizenz wieder an Premiere abgegeben.

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Premiere fordert redaktionelle Unabhängigkeit

Für Unmut sorgt unterdessen auch der DFL-Plan, die Livespiel-Rechteinhaber nicht nur mit einem fertig produzierten Fernsehbild zu versorgen, sondern auch die journalistische Berichterstattung komplett zu übernehmen. Das würde bedeuten, dass zum Beispiel nach Spielschluss Interviews nicht mehr beispielsweise von Premiere geführt werden, sondern von einer noch zu gründenden Firma, an der die DFL mit 49 Prozent und Sirius mit 51 Prozent beteiligt ist. Ein Plan, den Premiere verständlicherweise nicht akzeptieren möchte. Der Sender argumentiert, seine journalistische Unabhängigkeit nicht verlieren zu wollen, wenn pro Saison mehrere Millionen Euro an die DFL überwiesen werden. Pikant: Free-TV-Sender sind von dieser neuen Regelung nicht betroffen. Sie sollen weiter mit eigenen Reportern Interviews führen dürfen.

Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) übt an derartigen Plänen scharfe Kritik. "Wenn eine Pflichtabnahme der produzierten Beiträge von der DFL vorgesehen ist, würde das eine Knebelung der Sender bedeuten", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Aufgabe der Sportjournalisten sei jedoch, ohne inhaltliche Vorgaben über die Bundesliga-Spiele zu berichten. Die DFL als Veranstalter stehe in der Pflicht, den Redaktionen diese unabhängige Berichterstattung zu ermöglichen.

Aktienkurs von Premiere bricht ein

Für Premiere hat der Kirch-Deal unterdessen noch weiter reichende Folgen. Der Aktienkurs brach bereits gestern am späten Nachmittag stark ein und setzte seine Talfahrt am Mittwoch morgen weiter fort. Das Papier notierte mit etwa acht Prozent unter dem Schlusskurs vom Dienstag. Nachdem der Kurs Anfang der Woche noch bei etwa 16,50 Euro lag, sind es derzeit nur noch knapp 13,50 Euro.
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