Mit einem neuen runderneuerten Konzept will die Deutsche Fußball Liga (DFL) ab der Spielzeit 2009/2010 mehr Geld einnehmen. Pro Saison sollen mindestens 500 Millionen Euro aus den Übertragungsrechten deutscher TV-Sender generiert werden. Dazu wurden die Vermarktungsrechte an die Agentur Sirius
übertragen, die dem ehemaligen Pleitier und Medienunternehmer Leo Kirch gehört. Für Premiere hat der Deal schon jetzt Konsequenzen, für TV-Zuschauer könnten sich schon bald ebenfalls gravierende Änderungen ergeben.
Die Frage der Uhrzeit
Fest steht, dass Sirius mit interessierten TV-Sendern über die Ausstrahlungszeiten der Fußball Bundesliga verhandeln wird. Dazu zählt auch Premiere, denn der Platzhirsch unter den deutschen Pay-TV-Sendern braucht die Fußball-Bundesliga, um die Zahl der eigenen Abonnenten halten beziehungsweise weiter steigern zu können. Allerdings fordert Premiere, dass Bilder der Bundesligaspiele im frei empfangbaren Fernsehen am Samstagabend erst nach 20 Uhr, noch lieber nach 22 Uhr zu sehen sind. Mehr Exklusivität für das Pay-TV lautet die Devise.
Doch damit stößt der Münchner Sender auf Widerstand bei den Bundesligavereinen. Die nämlich plädieren im Interesse ihrer Sponsoren für frei empfangbare Bilder im Vorabendprogramm. Nicht ohne Grund: Zwischen 18 und 20 Uhr verfolgen mehr Menschen eine Sendung wie die "Sportschau" als um 22 Uhr ein Format wie das "Aktuelle Sportstudio". Bereits zur Prime-Time um 20:15 Uhr werden Spieltagszusammenfassungen nicht in der Form akzeptiert, wie es sich die Profiklubs wünschen würden. Das musste im Jahr 2001 bereits der damalige Free-TV-Rechteinhaber SAT.1 in Form miserabler Einschaltquoten feststellen und ruderte schnell wieder auf einen Beginn um 19 Uhr zurück.
Auch finanzielle Aspekte
Doch nicht nur die Übertragungszeit könnte für Premiere ein Problem werden. Auch finanziell könnte sich der Kirch-Deal negativ für Premiere auswirken. Es ist denkbar, dass sich mehrere Interessenten für die Pay-TV-Rechte interessieren und der Preis für ein exklusives Rechtepaket im Bieterverfahren deutlich höher ausfällt als von Premiere bisher kalkuliert. Sollte hingegen "Bundesliga-Pay-TV an jeder Ecke zu sehen sein", will Premiere weniger Geld ausgeben als bisher, sagte Premiere-Vorstandsmitglied Carsten Schmidt gegenüber Dow Jones Newswires.