Der Ton im Kampf der Giganten Microsoft und Google ist rau: In einer Rede, die Steve Ballmer in Großbritannien hielt, ließ sich der Microsoft-Geschäftsführer zu einer Aussage hinreißen, die wohl – zumindest teilweise – in die Kategorie "wer es glaubt, wird selig" fällt. Google lese alle E-Mails der Nutzer mit, Microsoft tue dies nicht, äußerte er sich bei einer Veranstaltung des Microsoft Startup Accelerator Programms Anfang Oktober.
Mails keine Goldgrube
Ein
Video der Ballmer-Rede ist online verfügbar. Eigentlich ging es in dem Vortrag um alternative Finanzierungsmodelle für Endkunden-Software. Die Frage eines Zuhörers, wie die Zukunft von werbefinanzierten Anwendungen aussehe, nahm Ballmer zum Anlass, gegen Konkurrent Google zu schießen. Google lese die E-Mails seiner GMail-Kunden, um hilfreiche Informationen fürs eigene Anzeigengeschäft zu erhalten. Schließlich sei es schwer, allein mit einem E-Mail-Dienst Geld zu verdienen. "Unser Windows Live Hotmail wirft nicht viel Gewinn aus Werbung ab. Daher haben wir auch rundherum ein ganzes Portal entwickelt, dessen Traffic sehr wertvoll ist, aber in Zusammenhang mit E-Mail nicht einfach in bare Münze umgerechnet werden kann", so Ballmer.
Kritik nichts Neues
Zumindest das Publikum brachte Ballmer mit seiner Aussage zum Kichern, Konkurrent Google wird den Spaß wohl weniger sportlich sehen. Die Website
ChannelWeb Network weist jedoch darauf hin, dass der Microsoft-Geschäftsführer nicht der Erste ist, der die Privacy Policy des Suchmaschinen-Riesen kritisiert. Datenschützer haben das Vorgehen von Google schon geraume Zeit im Visier, aber der Popularität des Dienstes tat dies bislang keinen Abbruch. Das Unternehmen gibt sogar selbst öffentlich an, dass es teilweise persönliche Daten auf den Servern und mittels Cookies protokolliert, um die eigenen Services anbieten und optimieren zu können.