Apple weht nun eine Sammelklage entgegen. Der Anklageschrift zufolge ist der SIM-Lock im iPhone und somit die feste Bindung an den US-Provider AT&T illegal und verstoße zudem gegen das Wettbewerbsrecht. Die Gemeinschaftsklage wurde von dem US-Anwalt Damian R. Fernandez im Namen des Klägers Timothy P. Smith an einem Gericht in Kalifornien eingereicht.
Künstlich hohe Preise
Das iPhone ist in den USA nur in Kombination mit einem Vertrag beim Mobilfunker AT&T erhältlich. Auch in Europa wird das Handy nur mit Vertragsbindung verkauft. Hierzulande wird die Telekom-Tochter T-Mobile das Telefon exklusiv anbieten. Diese für den Kunden unumgängliche Providerbindung ist der Anklageschrift zufolge illegal. Zudem verstoße Apple mit dem Exklusiv-Vertrag mit AT&T gegen das kalifornische Wettbewerbsgesetz und treibe den Preis für das Gerät und auch den Vertrag künstlich in die Höhe.
iPhone-Hack ist legal
Wer das iPhone mit anderen SIM-Karten nutzen möchte, muss den SIM-Lock mit einem Hack-Programm auf eigene Faust entfernen. Ende September
warnte Apple eindringlich vor der Nutzung solcher Software und sprach dabei von einer Verletzung des Lizenzvertrags, was einen Garantieverlust zur Folge habe. Die Klageschrift fordert nun die Aufhebung des SIM-Lock und Garantieansprüche für Besitzer gehackter iPhones, da die Umgehung der Sperre legal sei: Nach dem "Digital Millennium Copyright Act" hätten die Nutzer das Recht, ihr Telefon zu entsperren und den Provider zu wechseln.
Über die Website
www.appleiphonelawsuit.com des Anwalts wird nach weiteren Klägern gesucht, die ihr iPhone mit anderen Mobilfunkprovidern nutzen wollen oder deren Gerät nach dem iPhone-Update unbrauchbar geworden ist.
Saskia Brintrup