Samstag, 06.10.2007 12:18

Kurth will mehr Glasfaser-Wettbewerb

aus dem Bereich Breitband
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kiurth, hat die Telekom-Wettbewerber aufgefordert, mehr Geld in den Aufbau eigener Glasfasernetze zu investieren. In den Ballungszentren müsse "echter Infrastrukturwettbewerb mit mehreren alternativen Infrastrukturen" entstehen", sagte er gegenüber der "WirtschaftsWoche".

Investitionen sollen belohnt werden

Er erwarte klare Signale, wie die Telekom-Konkurrenz den Glasfaserausbau gestalten wollen. Konkret stellt er sich Investitionen vor, wie sie zum Beispiel von Netcologne in Köln oder Martens in Hamburg getätigt werden. "Wir als Regulierer müssen darauf achten, dass mehrere, gut ausgebaute Auffahrten zur weltweiten Datenautobahn entstehen. Ich möchte nicht, dass wir aufgrund neuer Technologien am Ende weniger statt mehr Auswahl an Infrastruktur haben", sagte Kurth dem Magazin.

"Nach wie vor gibt es Engpässe in den Ortsnetzen. Uns ist wichtig, dass die Bandbreite bei einem DSL-Anschluss nicht für alle Zeit bei 20 Megabit pro Sekunde stehen bleibt. In Köln baut Netcologne eigene Glasfaserleitungen bis in die Keller ihrer Kunden und steigert die Bandbreite damit auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Solche Projekte wollen wir regulatorisch begünstigen. Andernfalls fallen wir in eine Monopolwelt zurück." Ein Glasfaserausbau müsse sich nicht nur für die Telekom rechnen, sondern auch für die Konkurrenten. "Wer bessere Qualität bei der Übertragung bereitstellt, kann dafür auch höhere Entgelte fordern", sagte Kurth.

Infrastruktursharing auf dem Land

Auf dem Land wird es nach Einschätzung von Kurth nur ein Glasfasernetz geben, das jedoch von allen Anbietern genutzt werde. "Volkswirtschaftlich wer ein Infrastruktursharing hier jedenfalls sehr sinnvoll", so der Chef-Regulierer.
Hayo Lücke
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