Dienstag, 02.10.2007 19:32

Wirtschaftskriminalität richtet Milliardenschäden an

aus dem Bereich Sonstiges
Anlagebetrug, Schwarzarbeit, Produktpiraterie und andere Fälle von Wirtschaftskriminalität haben in Deutschland im vergangenen Jahr einen Schaden in Höhe von 4,3 Milliarden Euro verursacht. Insgesamt zählte die Polizei fast 96.000 Fälle und damit knapp 7000 mehr als im Vorjahr, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Demnach entspricht die Wirtschaftskriminalität zwar nur 1,5 Prozent aller polizeilich bekannten Straftaten, sie macht aber gut die Hälfte des Gesamtschadens aller kriminellen Taten aus. Zunehmend nutzen die Täter dabei das Internet, mit dessen Hilfe inzwischen mehr als jede zehnte Wirtschaftsstraftat begangen wird.

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Bei der überwiegenden Zahl der Fälle von Wirtschaftskriminalität handelte es sich um Betrug. Einen besonders starken Anstieg verzeichneten die Ermittler 2006 beim Anlagebetrug - dieser sei auf den Abschluss von zwei Verfahren mit jeweils mehreren tausend Einzeldelikten zurückzuführen, erklärte das BKA. Weitere große Verfahrenskomplexe wie zum Beispiel der Fall Heros mit insgesamt 500 Millionen Euro veruntreuten Kundengeldern und 1800 geschädigten Firmen illustrierten das große Gefährdungspotenzial der Wirtschafskriminalität. Ihr Ausmaß könnte Studien zufolge die Zahl der erfassten Delikte noch um mehr als 80 Prozent übertreffen, betonte das BKA.

Die erfassten Wirtschaftsstraftaten wurden laut Statistik fast alle aufgeklärt, die Quote lag 2006 bei 96,4 Prozent. Häufig kenne der Geschädigte den Täter, oder es komme nur ein bestimmter Personenkreis als Täter in Frage, sagte eine BKA-Sprecherin. Dass trotz steigender Fallzahlen die Zahl der Tatverdächtigen um zehn Prozent auf gut 35.000 gesunken sei, liege daran, dass Täter - etwa bei systematischem Betrug - zunehmend mehrere Taten auf ihrem Konto verbuchten.
Hayo Lücke / afp
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