"3, 2, 1 – meins": Auch wenn die eBay-Werbung glauben machen will, das Auktionsportal habe für jeden das Richtige, das Unternehmen aus San José selbst scheint kein gutes Händchen für Angebote zu haben. VoIP-Anbieter
Skype war mit
2,6 Milliarden US-Dollar jedenfalls kein Schnäppchen. Bereits damals kritisierten Marktbeobachter den Kaufpreis als zu hoch. Jetzt scheint eBay der gleiche Gedanke zu kommen: Gestern gab das Unternehmen im kalifornischen San José bekannt, dass die unbefriedigende Geschäftsentwicklung des VoIP-Anbieters auch personelle Folgen hat.
Berühmt, legal, multimedial
Mit der Musiktauschbörse
Kazaa wurde er berühmt, mit Skype legal und mit
Joost multimedial: Niklas Zennström, der im Jahr 2003 das VoIP-Angebot mitbegründete, räumt nun seinen Posten als Skype-Geschäftsführer und geht in den Verwaltungsrat. Kommissarisch übernimmt Michael van Swaaij, Strategiechef bei eBay, seinen Job. Man suche nun außerhalb des eigenen Unternehmens nach einem Nachfolger, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Darüber hinaus zahlt eBay an die Skype-Aktionäre eine beim Kauf ausgehandelte "Erfolgsprämie", die jedoch erheblich geringer ausfällt, als gedacht.
Teures VoIP-Vergnügen
Im Jahr 2005 wurde auf Basis von vereinbarten Gewinnzielen für 2008 und die erste Hälfte 2009 eine zusätzliche erfolgsabhängige Auszahlung an die Skype-Aktionäre in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro vereinbart. Aufgrund der Geschäftsentwicklung des VoIP-Anbieters beläuft sich diese Zahlung jetzt nur auf rund 375 Millionen Euro. Damit trage man vor allem der schnell wachsenden Kundenzahl Rechnung, die Skype vorzuweisen hat, so die eBay-Mitteilung. Im Finanzbericht zum zweiten Quartal dieses Jahres konnte das VoIP-Angebot 220 Millionen Nutzer verbuchen – ein Wachstum von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag im zweiten Quartal 2007 bei rund 63,2 Millionen Euro. Der eBay-Geschäftsbericht fürs dritte Quartal, den eBay am 17. Oktober veröffentlicht, wird hingegen wohl ein dickes Minus auf dem Skype-Konto vorweisen. Zusätzlich zu den 375 Millionen erfolgsabhängigen Auszahlung, wird eBay eigenen Angaben zufolge weitere 630 Millionen Euro als Abschreibung verbuchen.