Deutsche Handy-Nutzer können inzwischen im Ausland deutlich billiger telefonieren als noch vor wenigen Monaten. Die Mobilfunkbetreiber
T-Mobile,
Vodafone,
E-Plus und
o2 vollzogen die Umstellung auf die EU-Auslandstarife fristgerecht, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AFP bei den großen Mobilfunkanbietern ergab. Die Frist war am Sonntag ausgelaufen. Abgehende Anrufe dürfen für deutsche Handy-Nutzer im Ausland nicht mehr als 58 Cent pro Minute, eingehende nicht mehr als 29 Cent kosten. Ab Sonntag mussten die Firmen ihre Kunden zudem im Ausland über die Anruf-Kosten informieren und eine Gratis-Servicehotline einrichten. Auch diese letzte Vorgabe aus Brüssel setzten die vier deutschen Betreiber fristgerecht um.
Marktführer T-Mobile hat seinen so genannten "Weltweit Tarif" der EU-Verordnung angepasst. In diesem Tarif kosteten sowohl abgehende als auch ankommende Anrufe 59 Cent pro Minute. Durch die Umstellung auf den Euro-Tarif verbilligten sich Anrufe aus dem Ausland nach Deutschland um einen Cent, eingehende Anrufe um 30 Cent. Wie ein Sprecher des Konzerns sagte, telefonieren seit Sonntag so gut wie alle der 36 Millionen Kunden mit dem Eurotarif. Weniger als 10.000 Kunden hätten der Umstellung zugunsten eines anderen Roamingtarifs widersprochen.
Kunden umgestellt
T-Mobile schickt seinen Kunden eine Kurznachricht, wenn diese in ausländische Netze einreisen. Auch eine Servicehotline, bei der der Kunde Preisinformationen erhalten kann, hat das Unternehmen eingerichtet. Wie der Sprecher sagte, seien diese Maßnahmen aber schon lange vor dem Fristende am 30. September umgesetzt worden.
Der zweitgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone hatte Ende Juli rund 20 Millionen seiner insgesamt etwa 30 Millionen Kunden auf den neuen Tarif umgestellt. Die verbleibenden rund zehn Millionen telefonieren bereits mit dem konzerneigenen Auslands-Handytarif "Reiseversprechen", den das Unternehmen als Alternative zur EU-Verordnung anbietet.