Microsoft und der Papst scheinen zumindest eines gemeinsam zu haben: Beide sind unfehlbar. So ist nicht etwa die oft bemängelte Performance oder der hohe Preis von Microsofts neuem Betriebssystem
Windows Vista Schuld an der eher mauen Marktakzeptanz. Vielmehr brauchen Microsoft zufolge manche Kunden eben ein bisschen mehr Zeit, um sich auf das neue Betriebssystem einzustellen. Diesen "Nachzüglern" wolle man nun entgegen kommen und verlängert daher die Verfügbarkeit von Windows XP. Hardware-Hersteller und -Vertriebler, wie beispielsweise Dell, können daher fünf Monate länger das bewährte Betriebssystem anbieten.
Kunden in der Entwöhnung
"Auf Kundenwunsch" sei die Verfügbarkeit der Windows XP Editionen bis zum 30. Juni 2008 verlängert worden. Die Windows XP Starter Edition werde in Schwellenländern für den schnell wachsenden Bereich der ultragünstigen PCs sogar bis 30. Juni 2010 angeboten. Im Interview mit der hauseigenen Presseabteilung äußert sich Windows-Produktmanager Mike Nash, man sei sehr zufrieden mit den positiven Rückmeldungen von Kunden, die Vista benutzen. Dennoch sei man wohl etwas übereifrig gewesen, als man Windows XP nur für ein Jahr nach der Veröffentlichung von Vista vorhalten wollte. Üblicherweise seien frühere Windows-Betriebssysteme bis zu zwei Jahre verfügbar geblieben. Daher habe sein Unternehmen das geplante Ende am 30. Januar kommenden Jahres nach hinten verschoben.
60 Millionen Vista-Lizenzen
Seit diesem Sommer wurden bereits 60 Millionen Lizenzen verkauft. Damit sei Windows Vista auf dem Weg, das am schnellsten verkaufte Betriebssystem in der Microsoft-Geschichte zu werden, so Nash weiter. Zahlreiche große Unternehmen seien innerhalb kürzester Zeit nach dem Erscheinen bereits auf das neue Betriebssystem umgestiegen. Nun will Microsoft mit der Aktion auch kleinen Unternehmen und Privatkunden auf die Sprünge helfen. Dass die Redmonder so explizit auf die Wünsche kleinerer Kunden eingehen, dürfte mit einem Trend zu tun haben, den auch Nash erkannt hat. Seit dem Marktstart von Windows XP hat sich nämlich die Zahl der verkauften Computer in diesem Bereich verdoppelt, was wiederum mit den gesunkenen Hardwarepreisen zusammen hängt. Zudem würden heute mehr Kunden Rechner nachfragen, die bereits ein Betriebssystem mitbringen.
Aleksandra Leon