Während man hierzulande über
Abhörmaßnahmen für VoIP-Gespräche, den
Bundestrojaner und die
Vorratsdatenspeicherung diskutiert, treiben andernorts die technischen Möglichkeiten der Online-Spionage zuweilen recht exotische Blüten. So stellt jetzt das US-Unternehmen
PuddingMedia ein Angebot vor, mit dem kostenlose Gespräche zwischen Telefonanschlüssen in Nordamerika geführt werden können – vorausgesetzt, die Gesprächspartner lassen sich belauschen.
Abhören für die Werbung
Nein, dabei handelt es sich diesmal nicht um eine neue Idee der National Security Agency im Kampf gegen den internationalen Terror. Stattdessen hat PuddingMedia einen neuen Weg gesucht, wie Werbung noch persönlicher gestaltet werden kann. Wer über die
Website des Unternehmens ein VoIP-Telefonat direkt aus dem Browser initiiert, wird während des Gesprächs belauscht. Fallen während des Telefonats spezielle Schlüsselwörter, so blendet das System passende Werbung ein. Dabei sollen die Einblendungen möglichst schnell geschehen, damit sie möglichst ins Gespräch passen und von den Nutzern aufgegriffen werden.
Anzeige aufs Stichwort
Bislang ist das Angebot lediglich experimentell. Offensichtlich will PuddingMedia zunächst das neue System ausprobieren, das auf einer selbst entwickelten Technik namens VoiceSense beruht. Damit die Werbung passend eingeblendet werden kann, suchen Anzeigenkunden zunächst aus einer Vielzahl von Begriffen die passenden Stichworte aus, bei denen die Werbung geschaltet werden soll. Geht es anschließend in einem Telefonat beispielsweise um Kino, so blendet die Website Links zu Vorschauen und Ankündigungen ein oder zeigt den Gesprächspartnern die nächstgelegenen Kinos an. Bleibt abzuwarten, wie sich die neue Werbeidee im Testlauf schlägt und ob Sparfüchse sich wirklich gern abhören lassen, nur um kostenlos telefonieren zu können.