In Zeiten, in denen Kundenbindungssysteme wie
Payback oder
Webmiles boomen, werden Teilnehmer dieser Programme mehr und mehr zu gläsernen Verbrauchern. Unternehmen können anhand der beim Kauf vorgelegten Bonuskarten oder Kundennummern Verbraucherprofile erstellen und so ermitteln, welche Produkte wann und in Verbindung mit welchen Sonderaktionen besonders häufig gekauft werden. Kritiker warnen in diesem Zusammenhang immer wieder vor fehlendem Datenschutz.
Kostenlose Handynutzung
In Großbritannien ist jetzt ein neuer Mobilfunk-Anbieter an den Start gegangen, der kostenlose Telefonate mit dem Handy erlaubt, wenn Kunden den Empfang von Werbe-SMS akzeptieren und auf einzelne Werbebotschaften und Fragebögen aktiv antworten.
Blyk verspricht seinen Nutzern als virtueller Netzbetreiber im Netz von Orange monatlich 43 Gratis-Minuten und 217 kostenlose SMS, die in alle britischen Netze verschickt werden können. Jede weitere Gesprächsminute beziehungsweise Kurzmitteilung muss der Nutzer selbst bezahlen.
Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass der Teilnehmer zwischen 16 und 24 Jahre alt ist und über ein MMS-fähiges Handy verfügt. Das macht deutlich, dass Blyk eine besonders werberelevante Zielgruppe mit seinem Gratis-Dienst ansprechen möchte. Laut Anbieter werden täglich bis zu sechs Werbebotschaften aufs Handy geschickt. Teilweise müssen die Nutzer auf die MMS antworten, damit Blyk die Profile seiner Nutzer erweitern und für andere Werbepartner noch aufschlussreicher gestalten kann.
So können Werbebotschaften von Blyk aussehen.
Bild: www.blyk.co.uk
Erste Werbepartner sind gefunden
Erste Werbepartner sind unter anderem der Reiseveranstalter STA Travel und die Kosmetikfirma L'Oréal. Der Provider verspricht, nur Werbung auszuliefern, die für das jeweilige Kundenprofil interessant sein könnte. Hierzu muss bei der Anmeldung ein umfangreicher Fragebogen ausgefüllt werden.
Gründer des jungen Unternehmens ist der Ex-Nokia-Chef Pekka Ala-Pietilä. Zunächst ist das Angebot nur in Großbritannien verfügbar, weitere europäische Länder sollen folgen. Noch unklar ist, ob auch Deutschland zu diesen Ländern zählen wird.