Montag, 24.09.2007 11:04

Reibereien bei Hansenet und AOL

aus den Bereichen Breitband, ISDN/Analog
Alice hat Beziehungsprobleme: Die Partnerschaft zwischen den Breitband-Anbietern Hansenet und AOL verläuft offenbar nicht ganz reibungslos. Wie die "Welt" in ihrer heutigen Online-Ausgabe berichtet, sind vor allem die Schmalbandkunden die Leidtragenden. Eine viertel Million ehemaliger AOL-Nutzer soll dem Provider bereits den Rücken zugekehrt haben. Die Welt beruft sich dabei auf ehemalige AOL-Manager, die die Schuld bei der Muttergesellschaft Telecom Italia sehen.

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Schmalbandkunden werden benachteiligt

So müssten bis Ende Oktober rund zwei Millionen AOL-Nutzer auf die Rechenzentren der Telecom Italia umgeschaltet werden. Bei den umsatzstärkeren DSL-Kunden verläuft der Umzug dem Bericht zufolge gut, bei den Schmalband-Nutzern hingegen sieht es anders aus. Ein Hansenet-Manager, der früher bei AOL beschäftigt war, erzählte der Welt, dass viele Kunden, die ein Modem für die Internet-Einwahl nutzen, nicht mehr online gehen können. Rund eine viertel Million Nutzer sei deshalb bereits zur Konkurrenz gewechselt. Laut dem Manager sind die Schwierigkeiten zumindest auf erhebliche Nachlässigkeit des italienischen Unternehmens zurückzuführen, wenn nicht sogar beabsichtigt.

Probleme bei den Telefonanschlüssen

Darüber hinaus läuft offenbar auch mit den Kunden, bei denen noch kein eigenes Netz von Hansenet verfügbar ist, nicht alles optimal. Statt über Telefonleitungen wickelt der Provider die Telefongespräche über das Internet ab. Für die Kunden bedeutet dies allerdings keinen Fortschritt in der Kommunikation, sondern dumpfe oder hallende Gespräche. Auch hier sieht ein ehemaliger Manager von AOL die Schuld bei den Italienern. Die Technik hinter der Internettelefonie habe Hansenet von Telecom Italia übernommen, obwohl das Verfahren von AOL dieser Plattform "deutlich überlegen" sei.

Telecom Italia hatte im September vergangenen Jahres für 675 Millionen Euro das Zugangsgeschäft von AOL Deutschland übernommen. Mit den AOL-Kunden wurde Hansenet zum drittgrößten DSL-Anbieter in Deutschland. So setzten Ende März insgesamt 2,1 Millionen Privat- und Geschäftskunden auf das DSL-Angebot der schönen Alice.
Saskia Brintrup
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