Einem Bericht des Tagesspiegel zufolge zieht die Berliner
Teles AG einen Rückzug aus dem
skyDSL-Geschäft in Betracht. Teles hatte die skyDSL-Sparte nach dem
Verkauf von Strato an freenet behalten.
Schlechte Zahlen
Im abgelaufenen Quartal machte Teles mit dem
Internetangebot über Satellit, skyDSL genannt, einen Verlust von 700.000 Euro. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte Teles-Vorstandschef Sigram Schindler: "Wir prüfen derzeit, ob wir den Geschäftsbereich skyDSL einstellen". Er fügte hinzu, Teles könne "nicht ewig Verluste machen". Schon im letzten Jahr habe es Überlegungen gegeben, die skyDSL-Sparte aufzugeben - die Schließungskosten seien jedoch zu hoch gewesen, sodass man sich für eine einjährige Fortführung entschloss.
Jetzt, da immer noch keine Gewinne gemacht werden und auch auf Dauer keine Besserung in Sicht ist, sind die Überlegungen des letzten Jahres aktueller denn je. "Noch ist keine Entscheidung gefallen", so Schindler gegenüber der Zeitung. "Aber im Laufe des Jahres wird es Klarheit geben." skyDSL nutzen derzeit zwischen 25.000 und 28.000 Kunden.
Ausweg Zwei-Wege-Systeme?
Teles stellte erst
vor wenigen Tagen neue Zwei-Wege-Flatrates vor, die über die Satellitenflotte von Eutelsat ab Ende September realisiert werden. Ab
49,80 Euro im Monat ist das pauschale Surfen über die Sender im Weltall möglich. Durch ein preisgünstiges Leasing-Modell ist es den Kunden möglich, die sehr teure Hardware für zehn Euro im Monat zu mieten. Ob sich skyDSL jemals vom Nischenprodukt der breiten Masse erschließen wird, ist auf Grund der immer dichteren DSL-Versorgung in Deutschland eher fraglich.
Michael Müller