Der harte Wettbewerb auf dem Breitbandmarkt ist auch am Telekommunikationsanbieter Versatel nicht spurlos vorbeigegangen. Der Konzern hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal dieses Jahres veröffentlicht und seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr um 60 Millionen Euro beim Umsatz nach unten korrigiert.
Weniger Umsatz prognostiziert
Das Unternehmen rechnet nun mit 680 bis 700 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2007. Erst vor wenigen Wochen hatte Versatel die
DSL-Preise gesenkt und der Konkurrenz auf dem Markt angepasst. Zudem startete Versatel ein eigenes Mobilfunkangebot in Kooperation mit dem Netzbetreiber
E-Plus.
Im zweiten Quartal dieses Jahres konnte die Versatel AG die Zahl der DSL-Kundenverträge um 44.800 steigern. Im gesamten ersten Halbjahr erhöhte sich die Zahl von 462.600 Ende vergangenen Jahres auf 547.700 zum 30. Juni 2007. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag im zweiten Quartal dieses Jahres aber mit 38,7 Millionen um 0,4 Millionen Euro unter dem Vorjahresvergleichswert, während der Umsatz um 29,3 Prozent auf 163,5 Millionen Euro wuchs.
Umsatz rauf, Gewinn runter
Die Gründe für das sinkende bereinigte EBITDA sieht Versatel im Preisverfall auf dem Markt, in steigenden Ausgaben für den Netzausbau und Investitionen in einen besseren Kundenservice und in die Marke. Der parallel gestiegene Umsatz ist aber unter anderem auf die erfolgte
Übernahme von Tropolys zurückzuführen. Unter dem Strich steht weiter ein dickes Minus, das sich mehr als versiebenfacht hat. Es wuchs von 7,9 Millionen Euro in ersten Quartal dieses Jahres aufgrund höherer Abschreibungen und einer Umschuldung auf 56,6 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr dieses Jahres investierte Versatel insgesamt 91,0 Millionen Euro, davon 12,5 Millionen in den Netzausbau. Versatel hat im ersten Halbjahr 133 Hauptverteiler ans Netz angeschlossen und konnte somit seit dem Ende vergangenen Jahres nach eigenen Angaben die Netzreichweite um 1,2 auf mehr als neun Millionen Haushalte erhöhen. Das Unternehmen schließt nicht aus, dass die Breitband-Preise bis zum Jahresende weiter sinken werden und rechnet damit, seinen DSL-Privatkundenbestand deutlich erhöhen zu können. Versatel bietet seine Dienstleistungen heute in mehr als 200 Städten an.