Donnerstag, 30.08.2007 08:01

IFA: Experten können IPTV-Euphorie nicht teilen

aus den Bereichen Breitband, Sonstiges
Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) kann die Euphorie um den IPTV-Standard nicht ganz teilen. Das Protokoll, das Fernsehen über eine Datenleitung (vornehmlich DSL) ermöglicht, steht dieses Jahr im Fokus der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin und wird derzeit regional nur von Alice und T-Home angeboten.

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Kein Netz, kein IPTV

Der eco-Verband steht dem IPTV-Wohlgefühl kritisch gegenüber. In den Augen von Verbandsmitglied Harald Summa ist mit der Verbreitung der Technik frühestens in fünf bis zehn Jahren zu rechnen. Das Hauptproblem liege in der noch immer löchrigen Highspeed-DSL-Versorgung in Deutschland. Summa fordert diesbezüglich eine angemessene Aufklärung der Verbraucher, statt die Errungenschaften einer neuen Technik anzupreisen, von der bis dato ein großer Prozentsatz ausgeschlossen sei.

In den Augen von Summa sei auch die Zurückhaltung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten durch die Versorgungslücken begründet: "Bei dieser Zurückhaltung auf beiden Seiten wird es auch bleiben, wenn die genannten Probleme nicht zügig abgestellt werden".

Magere Angebotsauswahl

Das zweite Problem sei das dünne Angebot. "Bevor sich IP-TV etablieren kann, muss es eine Vielzahl ansprechender Komplettangebote geben, die alle Komponenten - Streaming, Video on Demand und Internet-TV - zur Verfügung stellen", betonte Summa. Die Bedürfnisse der Verbraucher müssten dabei im Vordergrund stehen. Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu meistern. Denn die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten halten die Archive verschlossen, die Privaten verlangen hohe Gebühren für die Programmeinspeisung. Dies behindert laut eco-Verband eine schnellere und weitere Verbreitung der neuen Medienkonsumform.
Michael Müller
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