Samstag, 25.08.2007 10:01

Zuschauer erteilen Premiere-Plänen eine Absage

aus dem Bereich Sonstiges
Wenn voraussichtlich Ende des Jahres von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die TV-Übertragungsrechte neu vergeben werden, wird eines der wohl wichtigsten Themen sein, in welcher Form die frei empfangbare "Sportschau" bestehen bleibt. Der momentan über eine arena-Sublizenz mit der DFL zusammenarbeitende TV-Partner Premiere hatte wiederholt mehr Exklusivität gefordert und unter anderem angeregt, den Spieltag auf verschiedene Anstoßzeiten aufzusplitten. Ein Plan, der bei vielen Deutschen nicht ankommt, wie eine neue Studie zeigt.

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"Sportschau" ist beliebt

Wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) herausgefunden haben will, vertreten überdurchschnittlich viele Deutsche die Auffassung, dass Fußball und die "Sportschau" im Free-TV zusammen gehören. Unter 501 repräsentativ ausgewählten Haushalten gaben 75 Prozent an, die Bundesliga auch weiterhin in öffentlich-rechtlichen Programmen sehen zu wollen. Das ist nicht weiter verwunderlich, da für diese Programme Monat für Monat über die GEZ-Gebühren viel Geld gezahlt und eine entsprechende Gegenleistung erwartet wird. Verwunderlich ist aber, dass auch annähernd 70 Prozent der Fans mit Pay-TV-Abo dieser Ansicht sind.

Jeder fünfte Befragte (20 Prozent), der sich für Fußball interessiert, hat laut der PwC-Umfrage auch einen Pay-TV-Zugang. Von den Befragten, die sich nicht für Fußball interessieren, nutzen hingegen nur elf Prozent ein Bezahlfernsehangebot. Ob eine Beschränkung der Fußball-Berichterstattung im Free-TV mehr Kunden für das Pay-TV bringt, ist der Umfrage zufolge zumindest zweifelhaft. So sind von den Zuschauern, die bislang kein Pay-TV haben, zwar 37 Prozent "sehr" oder "ein wenig" an Fußball interessiert und damit potenzielle Kunden. Gleichzeitig gaben jedoch 42 Prozent aller Fußballfans an, dass sie weniger Fußball als heute sehen würden, wenn sie dafür bezahlen müssten.

Die Studie macht darüber hinaus einmal mehr deutlich, dass es nur wenige Fans akzeptieren würden, wenn die "Sportschau" am Samstagabend um 22 Uhr oder noch später ausgestrahlt würde. Für gerade einmal vier Prozent wäre dies hinnehmbar. Immerhin 27 Prozent würden eine Verschiebung auf 20 Uhr akzeptieren.

DFL muss entscheiden

Für die DFL werden die kommenden Verhandlungen mit den TV-Sendern demnach zu einem Drahtseilakt. Auf der einen Seite kann sie nicht auf die Zuschauer der Sportschau verzichten, da sie für die Vereine und deren Werbepartner von hoher Wichtigkeit sind. Auf der anderen Seite muss sie dem künftigen Pay-TV-Partner mehr Exklusivität gewähren, wie das Desaster um den Bezahlsender arena gezeigt hat. Trotz günstiger Preise konnte arena in einem Jahr nur gut eine Millionen Kunden gewinnen.
Hayo Lücke
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