Über eine schnelle DSL-Leitung im Internet zu surfen, ist für einen Großteil der deutschen Bevölkerung inzwischen so normal, wie mit dem Handy zu telefonieren. Noch immer gibt es aber einzelne Regionen, meist in ländlichen Gebieten, die im Abseits stehen und auf keine DSL-Leitung zugreifen können. Ursache: In vielen Fällen liegen die betroffenen Anschlüsse zu weit vom nächsten Knotenpunkt des Telekom-Backbones entfernt.
Kein DSL
Das trifft auch auf die Gemeinde Hegensdorf in Ostwestfalen zu. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, zeigt man sich dort erfrischend offensiv und greift selbst zu Schaufel und Bagger, um doch an das DSL-Netz der Deutschen Telekom angeschlossen zu werden.
Ein Blick zurück: Trotz zahlreicher Anfragen hatte sich die Telekom bisher aus wirtschaftlichen Gründen geweigert, die Gemeinde mit ihren knapp 1000 Einwohnern und gut 300 Telefonanschlüssen an das DSL-Netz anzuschließen. "Wir haben eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aufgestellt und kamen zu dem Schluss, dass aufgrund der geografischen Lage ein Anschluss nicht rentabel ist", so eine Telekom-Sprecherin im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Gelände sei "sehr hügelig und steinig", was das Vorhaben zudem erschwere.
Einige Rechenspiele
Sollten die geografischen Gegebenheiten also das Ende für die DSL-Pläne der Gemeinde südwestlich von Paderborn sein? Mitnichten! Angetrieben durch Initiator Frank Pittig wurde eine Bürgerbewegung gegründet, um doch auf den Breitbandzug aufspringen zu können. Pittig stellte den Antrag, eine weitere Berechnung aufzustellen: "unter Auslassung der Tiefbauarbeiten", wie es bei der Telekom heißt. Bei der Telekom rechnete man nach und kam auf einen Betrag von 30.000 Euro statt der ursprünglich kalkulierten 40.000 Euro.