Freitag, 03.08.2007 17:16

"Bundestrojaner" arbeitet wie klassische Wanze

aus dem Bereich Sonstiges
Der umstrittene "Bundestrojaner" zur Online-Durchsuchung der PC-Daten so genannter Gefährder ähnelt nach Recherchen des Technikmagazins "Chip" in seiner Funktion einer klassischen Wanze. Wie das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf den Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, berichtet, müssen Spezialisten der Behörde dazu mehrfach heimlich in die Wohnung des Verdächtigen eindringen.

Bei einer verdeckten Wohnungsdurchsuchung sollen demnach zunächst die Daten von allen in der Wohnung vorgefundenen Festplatten offline gesichert und vom BKA analysiert werden. Anschließend programmierten Experten eine Software, die als Unikat auf den jeweiligen Rechner der Zielperson abgestimmt wird.

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Hürden werden überbrückt

Schließlich sollen BKA-Beamte dem Bericht zufolge erneut verdeckt in die Wohnung eindringen, um die speziell programmierte "Remote Forensic Software" (RFS) per Hand installieren. Dabei müssten die Ermittler eine eventuell zum Schutz installierte Firewall auch noch so konfigurieren, dass sie die RFS-Daten beim Onlineversand an das BKA nicht blockiert.

Die RFS soll nach "Chip"-Angaben alle Tastatureingaben protokollieren, so dass das BKA auch alle Verschlüsselungscodes und Passwörter abgreifen kann. Der enorme Aufwand schließe einen breit angelegten Einsatz des "Bundestrojaners" gegen Verdächtige praktisch aus, schreibt die Technikzeitschrift weiter. Allerdings gebe es gegen den in Handarbeit angepassten "Trojaner" auch keine praktikable Schutzmöglichkeit, so lange er unbemerkt bleibe. Die Möglichkeit von Online-Durchsuchungen ist Bestandteil einer Novelle des BKA-Gesetzes von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU).
Hayo Lücke / afp
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